Depressive ACS-Patienten: Escitalopram senkt Risiko für MACE22. Oktober 2018 © pololia – fotolia.com Die Behandlung einer Depression bei Patienten, die kürzlich ein akutes Koronarsyndrom (ACS) erlitten haben, scheint sich auf die langfristige Prognose positiv auszuwirken. Das berichteten südkoreanische Wissenschaftler um Dr. Jae-Min Kim vor kurzem in der Fachzeitschrift „JAMA“. Ihren Studienergebnissen zufolge reduzierte die 24-wöchige Behandlung mit Escitalopram im Vergleich zu Placebo das Risiko für schwere nachteilige kardiale Ereignisse (MACE). In die randomisierte, doppelblinde, placebokontrollierte Studie waren am Chonnam National University Hospital in Gwangju zwischen Mai 2007 und März 2013 insgesamt 300 Patienten mit kürzlich erlittenem ACS und Depressionen aufgenommen worden (Nachbeobachtung bis Juni 2017). Die Studienteilnehmer waren für Escitalopram in flexiblen Dosierungen von 5, 10, 15 oder 20 mg/d (n=149) oder Placebo (n=151) über 24 Wochen randomisiert worden. Als primären Endpunkt hatten die Studienautoren MACE festgelegt, eine Kombination aus Gesamtmortalität, Myokardinfarkt (MI) und perkutaner Koronarintervention (PCI). Vier sekundäre Ergebnisse waren die einzelnen MACE-Komponenten: Gesamtmortalität, Herztod, MI und PCI. Unter 300 randomisierten Patienten (Durchschnittsalter 60 Jahre; 119 Frauen [39,3 %]) absolvierten 100 % eine Nachbeobachtung von im Median 8,1 Jahren (Interquartilsabstand 7,5–9,0). Kim und Kollegen dokumentierten MACE bei 61 Patienten (40,9 %), die Escitalopram erhielten, und bei 81 (53,6%), die Placebo erhielten (Hazard Ratio [HR] 0,69; 95 %-KI 0,49–0,96; P=0,03). Der Vergleich der einzelnen MACE-Ergebnisse zwischen der Escitalopram- und der Placebo-Gruppe ergab Inzidenzen – von 20,8 % vs. 24,5 % für die Gesamtmortalität (HR 0,82; 95 %-KI 0,51–1,33; P=0,43) – von 10,7 % vs. 13,2 % für die kardiale Mortalität (HR 0,79; 95 %-KI 0,41–1,52; P=0,48) – von 8,7 % vs. 15,2 % für MI (HR 0,54; 95 %-KI 0,27–0,96; P=0,04) – von 12,8 % vs. 19,9 % für die PCI (HR 0,58; 95 %-KI 0,33–1,04; P=0,07). Fazit Bei Patienten mit Depressionen nach akutem Koronarsyndrom führte eine 24-wöchige Behandlung mit Escitalopram im Vergleich zu Placebo zu einem geringeren Risiko für schwerwiegende kardiale Ereignisse. Weitere Untersuchungen seien erforderlich, um die Generalisierbarkeit dieser Ergebnisse zu bewerten, so die Studienautoren. Autoren: Kim JM et al. Korrespondenz: [email protected] Studie: Effect of Escitalopram vs Placebo Treatment for Depression on Long-term Cardiac Outcomes in Patients With Acute Coronary Syndrome: A Randomized Clinical Trial Quelle: JAMA 2018;320(4):350–358 Web: dx.doi.org/10.1001/jama.2018.9422
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