Der Ausbau der Testkapazitäten schreitet voran

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In ihrer wöchentlichen Pressekonferenz präsentierten der 1. Vorstandsvorsitzende der Akkreditierten Labore in der Medizin (ALM) e.V. Dr. med. Michael Müller die neusten Zahlen rund um die SARS-CoV-2-Diagnostik. Unterstützt wurde er, wie auch in der Vorwoche, von den Vorstandsmitgliedern Evangelos Kotsopoulos,  Prof. Dr. Jan Kramer und Dr. Christian Scholz.

Vorgestellt wurden die Daten der letzten Kalenderwoche (KW), KW 17 vom 20.-26.4., die im Vergleich zur Vorwoche die Daten von fünf weiteren Laboren inkludierte. Zudem ging Müller auf die Themengebiete der Versorgung der Bevölkerung mit fachärztlicher Labordiagnostik und die wirtschaftliche Situation der Labore ein.

Insgesamt war sowohl die Anzahl durchgeführter Tests als auch die Laborkapazität zur Vorwoche weiter gestiegen. Insgesamt wurden 291.607 Tests durchgeführt, von denen 5,1% positiv ausfielen, was dem absteigenden Trend der letzten Wochen folgte. Bisher (KW 10-17) wurden demnach insgesamt fast zwei Millionen Tests mit einer Positivrate von 7,3% bewältigt.

Der Ausbau der Testkapazitäten schreitet wie geplant voran, so dass diese bereits bei fast 700.000 pro Woche liegt. Müller fügte hinzu, dass die Testkapazitäten demnach auch weiterhin flächendeckend für den Versorgungsbedarf ausreichen und eine deutliche Reserve bieten.

Einen Anstieg gab es auch bei den Antikörper-Tests zu verzeichnen, deren Anzahl bereits, unter Beteiligung von nun 79 Laboren, die 50.000 überstieg und von denen 4603 positiv ausfielen. Prof. Kramer betonte erneut, dass ein Vorliegen von Antikörpern zum jetzigen Zeitpunkt immer noch nicht mit dem Vorhandensein einer Immunität gleichgesetzt werden kann.

Engpässe bei den Reagenzien und Test-Kits gab es laut Kotsopoulos auch diese Woche nicht. Ganz im Gegenteil: Die Vorräte konnte sogar weiter aufgestockt werden und Probleme bei der Nachlieferung seien auch nicht abzusehen.

Laut Müller drängt weiterhin die Frage nach der wirtschaftlichen Absicherung der Labore und geeignete und klare Regelungen seien dringend erforderlich.

Vorsicht bei gewerblichen Anbietern

Die Experten der ALM e.V. distanzieren sich ausdrücklich und einstimmig von gewerblichen Selbstzahlerangeboten für SARS-CoV-2-PCR-Tests. Sie seien weder medizinisch notwendig noch könnten Laien Proben korrekt entnehmen. Kotsopoulos kritisierte zudem den postalischen Versand von möglicherweise infektiösen Proben.

Partnerschaftliche Zusammenarbeit mit dem RKI

Die ausgebauten Testkapazitäten werden zur Zeit nicht in vollem Umfang abgerufen, was auch auf die vom Robert Koch-Institut (RKI) festgelegten Testkriterien zurückzuführen ist. Für Kotsopoulos stellt dies allerdings kein grundlegendes Problem dar. Die Testkapazitäten entwickeln sich ohnehin unabhängig von den Testkriterien des RKI.

Generell sind die Testkriterien derzeit variable und einer ständigen Anpassung unterworfen, aber natürlich fungieren sie auch als Stellschraube der Laborauslastung. Generell besteht aber eine partnerschaftliche Zusammenarbeit mit dem RKI, bei der es regen Austausch auf Augenhöhe gebe und die Meinung und Einschätzung der Labore erhört werde.
(Dr. Sonja Hensel)