Dermatologie-Apps: Vielversprechend, doch aktuell risikobehaftet2. Oktober 2024 © luchschenF – stock.adobe.com (Symbolbild) Die Verfügbarkeit von mobilen Apps, die direkt an den Verbraucher gerichtet sind und bei der Bewertung und Behandlung verschiedener Hautkrankheiten helfen sollen, hat stark zugenommen. Die Wirksamkeit dieser Apps ist jedoch nur begrenzt belegt. Im Rahmen einer Querschnittsstudie untersuchten US-amerikanische Dermatologen aktuell verfügbare Dermatologie-Apps, wobei der Schwerpunkt auf Aspekten wie dem Einsatzzweck, der Evidenz, dem rechtlich regulierten Status sowie den Datenschutzmaßnahmen hinsichtlich der Verwendung von Bilddaten lag. Es wurden sowohl Anwendungen aus dem Apple- wie auch aus dem Android-App-Stores bewertet, in denen die Autoren zunächst 909 Apps identifizierten. Nach der Entfernung von 518 Duplikaten blieben 391 Apps übrig. Bei der anschließenden Überprüfung schlossen die Studienautoren 350 Apps aufgrund ihres nichtmedizinischen Charakters, nichtenglischer Sprachen oder fehlender KI-Funktionen aus, sodass letztlich 41 Apps für eine detaillierte Analyse übrigblieben. Die Untersuchungsergebnisse enthüllten mehrere besorgniserregende Aspekte der verfügbaren dermatologischen KI-Apps. Insgesamt zeigte die Untersuchung, dass es diesen Apps an unterstützenden Belegen, Beiträgen von Klinikern und/oder Dermatologen sowie an Transparenz bei der Entwicklung von Algorithmen, der Datennutzung und dem Datenschutz für die Nutzer mangelt. Fazit Die Auswertung der Anwendungen zeigte, dass KI-Apps für die Dermatologie zwar vielversprechend sind, sie aber in ihrem derzeitigen Zustand aufgrund potenzieller Risiken, fehlender konsistenter Validierung und irreführender Kommunikation mit den Nutzern durchaus Schaden anrichten können. Die Bewältigung der Herausforderungen in Bezug auf Wirksamkeit, Sicherheit und Transparenz durch wirksame Regulierung, Validierung und standardisierte Bewertungskriterien ist nach Ansicht der Studienautoren entscheidend, um die Vorteile dieser Apps zu nutzen und gleichzeitig die Risiken zu minimieren. (am) Autoren: Wongvibulsin S et al. Korrespondenz: Division of Dermatology, University of California, Los Angeles, Kalifornien, USA Studie: Current State of Dermatology Mobile Applications With Artificial Intelligence Features Quelle: JAMA Dermatol 2024;160(6):646–650. Web: https://doi.org/10.1001/jamadermatol.2024.0468