Designerhunde und ihre Vorfahren: Verhaltensunterschiede

Wo der Frosch die Locken hat. (Symbolbild) Foto: © Adrienn – stock.adobe.com

Britische Tierärzte haben das Auftreten unerwünschter Verhaltensweisen zwischen „Designer“-Pudelmischlingen und ihren reinrassigen Vorfahren verglichen. Cockapoo und Cavapoo schneiden am schlechtesten ab im Vergleich.

Im Laufe des letzten Jahrzehnts hat die Hunde-Population in Großbritannien eine beträchtliche demografische Verschiebung hin zu einem neuen Hundetypus erfahren, der als „Designerhunde“ bekannt ist.

Popularität von Designerhunden wächst

Designerhunde, die aus der gezielten Kreuzung zweier oder mehrerer reinrassiger Hunde hervorgehen, erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Dies beruht oftmals auf der Annahme, dass sie häufig wünschenswerte Verhaltensweisen zeigen. Diese sind etwa die leichte Erziehbarkeit oder Kinderfreundlichkeit, obwohl es dafür nur minimale Belege gibt.

Ziel einer Studie war es, diese Forschungslücke zu schließen. Dafür verglichen Wissenschaftler die Ergebnisse des Canine Behavioural Assessment and Research Questionnaire (C-BARQ) zwischen den drei häufigsten Designerhunderassen in Großbritannien und ihren jeweiligen Elternrassen.

Die C-BARQ-Verhaltensdaten für alle 12 Subskalen wurden im März 2023 mittels eines Online-Fragebogens unter Besitzern von Cockapoo, Labradoodle, Cavapoo, Cocker Spaniel, Labrador Retrievern, Cavalier King Charles Spaniels und Pudeln erhoben. Die Tiere wurden im Alter von 16 Wochen (oder jünger) ab dem 1. Januar 2019 erworben.

Die C-BARQ-Ergebnisse wurden mithilfe multivariabler linearer Modelle analysiert. Es gingen gültige Antworten von 9.402 Hunden ein. Von insgesamt 72 Verhaltensvergleichen (3 Designerhunden x 2 Vorfahren x 12 C-BARQ-Skalen) zeigten die Designer-Kreuzungen in 44,4 Prozent der Vergleiche mehr unerwünschte Verhaltensweisen als eine Vorfahrenrasse und in 9,7 Prozent der Vergleiche weniger unerwünschte Verhaltensweisen. In den verbleibenden 45,8 Prozent wurden keine Unterschiede festgestellt.

Cockapoos schnitten am schlechtesten ab

Cockapoos wiesen von den drei Designerhunden die meisten unerwünschten Verhaltensweisen auf. Sie unterschieden sich in 16 von 24 Vergleichen von Cocker Spaniels und Pudeln. Die Cockapoos schnitten in allen 16 Bereichen schlechter ab.

Cavapoos unterschieden sich in 12 von 24 Vergleichen von Cavalier King Charles Spaniels und Pudeln, wobei sie in 11 Fällen schlechter abschnitten.

Labradoodles können knapp punkten im Vergleich zu Labbies und Pudeln

Im Gegensatz dazu unterschieden sich Labradoodles in 11 von 24 Vergleichen von Labrador Retrievern und Pudeln. Dabei schnitten sie in fünf Verhaltensweisen schlechter, in sechs jedoch besser ab als ihre Vorfahren.

Diese Ergebnisse deuten auf deutliche Verhaltensunterschiede zwischen Designer-Mischlingen und ihren Elternrassen hin, wobei Cockapoos und Cavapoos besonders schlecht abschneiden.

Ein besseres Verständnis dieser potenziellen Probleme im Zusammenhang mit unerwünschten Verhaltensweisen könnte Fehlentscheidungen aufgrund von Fehlannahmen (z. B. dass Designer-Mischlinge nur minimales Training benötigen oder besonders für Haushalte mit Kindern geeignet sind) verhindern, die die öffentliche Gesundheit gefährden (z. B. durch ein erhöhtes Risiko von Hundebissen) und dazu führen können, dass die Hunde aufgrund unerfüllter Erwartungen abgegeben werden.

Die Autoren ziehen unter anderem auch die Schlussfolgerung, dass, obwohl diese Studie eine umfassende und zeitnahe Bewertung des Verhaltens der drei häufigsten Designerhunde Großbritanniens bietet, angesichts der zunehmenden Beliebtheit von Designerhunden im Allgemeinen und des Mangels an Forschung zu diesem Thema, weitere Studien erforderlich sind, um diese Ergebnisse zu überprüfen und zu erweitern.

(sg/BIERMANN)