Deutsche Stiftung Weltbevölkerung: Weibliche Genitalverstümmelung ist Bedrohung für 12.000 Mädchen täglich6. Februar 2024 Foto: © YoPho/stock.adobe.com Fast 4,4 Millionen Mädchen sind im Jahr 2024 in Gefahr, an ihren Genitalien verstümmelt zu werden, das sind nach Schätzungen des Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen (UNFPA) mehr als 12.000 Mädchen jeden Tag. „Diese schädliche Praxis ist inzwischen in fast allen Ländern per Gesetz verboten, wird trotzdem in vielen Regionen weiterhin praktiziert und viel zu wenig bekämpft“, erklärt Angela Bähr, stellvertretende Geschäftsführerin der Deutschen Stiftung Weltbevölkerung (DSW), anlässlich des Internationalen Tages gegen weibliche Genitalverstümmelung. Aktuell leben weltweit geschätzt 200 Millionen betroffene Mädchen und Frauen mit oft schwerwiegenden gesundheitlichen Schäden und starken physischen wie psychischen Beeinträchtigungen. Es gibt es auch wenige positive Entwicklungen. So ist zum Beispiel in Kenia die Zahl der Frauen und Mädchen zwischen 15 und 49 Jahren, die eine Genitalverstümmelung erleiden mussten, in den vergangenen Jahren von 38 Prozent (1998) auf 15 Prozent gesunken (2022) [Quelle: Demographic and Health Surveys]. Doch ist zugleich zu beobachten, dass die betroffenen Mädchen immer jünger werden. In Kenia ist ihr Durchschnittsalter nach Angaben von UNFPA von zwölf auf neun Jahre gesunken. Auch ein Bericht von UNICEF, der außerdem besagt, dass in Kenia und Äthiopien die Verstümmelungen immer häufiger von medizinischem Fachpersonal durchführt werden, macht deutlich, dass die gesetzlichen Verbote leider zu wenig bewirken. „Es handelt sich hier um eine tief verwurzelte Tradition“, sagt Bähr und fügt hinzu: „Um sie wirksam zu bekämpfen braucht es vor allem Aufklärung und die Zusammenarbeit aller gesellschaftlichen Sektoren.“ Mädchen wie auch Jungen müssten lernen, was diese schädliche Praxis im weiblichen Körper anrichtet und dass sie eine eklatante Menschenrechtsverletzung darstellt. In vielen Regionen gilt die Genitalverstümmelung immer noch als Voraussetzung für eine traditionelle Eheschließung. „Oft auch aus wirtschaftlicher Not heraus sehen sich die Familien gezwungen, die Mädchen immer früher zu verheiraten“, erklärt Bähr. Mädchen werden unter dem Schein einer medizinischen Behandlung sehr früh beschnitten. Die DSW betreibt in ihren Jugendklubs in Ostafrika intensive Aufklärungsarbeit, und sucht zugleich das Gespräch mit religiösen, gesellschaftlichen und politischen Vertretern. „Nur im Zusammenspiel von Bildung und Aufklärung, dem Abbau von Tabus und nicht zuletzt der effektiven Umsetzung von Gesetzen können wir den Kampf gegen die weibliche Genitalverstümmelung gewinnen“, heißt es abschließend in der Pressemitteilung.
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