Deutsches Register für chronische Rhinosinusitis gestartet

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Nach mehr als zweijähriger intensiver Vorbereitung ist es soweit: Das Deutsche Register für Chronische Rhinosinusitis (CRS-Register) ist offiziell gestartet. Ab Frühjahr 2026 werden Daten zu Diagnostik, Therapie und Krankheitsverlauf strukturiert erfasst.

Chronische Nasennebenhöhlenentzündung (CRS) ist eine weit verbreitete Erkrankung. Dennoch fehlen bislang strukturierte Daten zur Wirksamkeit verschiedener Behandlungsansätze bei unterschiedlichen Ausprägungen. Das CRS-Register – ein Gemeinschaftsprojekt der der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie (DGHNO-KHC) und des Ärzteverbands Deutscher Allergologen (AeDA) – soll das ändern.

Unter Leitung eines interdisziplinären Komitees aus führenden Expertinnen und Experten beider Fachgesellschaften will die Koordinierungsstelle Deutsches CRS-Register (German National Registry for CRS: GENRE-CRS) die Datenlücke schließen. Mithilfe einer deutschlandweiten Datensammlung werden Gesundheitsinformationen von CRS-Patienten nicht nur punktuell erfasst, sondern sollen über viele Jahre hinweg analysiert werden.

Deutsches Register für chronische Rhinosinusitis ist „weltweit einmaliges Projekt“

Beim offiziellen Start des Deutschen CRS-Registers wiesen die beiden Leiter des Projekts Prof. Ludger Klimek (Wiesbaden) für den AeDA und PD Dr. Sven Becker (Tübingen) für die DGHNO-KHC auf die besondere Bedeutung von GENRE-CRS für die Erforschung der Erkrankung hin: „Das Deutsche CRS-Register ist ein weltweit einmaliges Projekt, dass in idealer Weise moderne digitale Tools für die Krankheitsbegleitung mit Künstlicher Intelligenz in der Verarbeitung der riesigen Datenmengen verbindet. Wir sind sehr glücklich, dass nach über 2-jähriger Vorbereitung der Start noch vor Weihnachten 2025 erfolgen konnte.“

Beide wiesen auch auf die Besonderheit in der Finanzierung des Projekt hin: „GENRE-CRS wurde komplett aus Eigenmitteln ohne öffentliche Förderung oder Sponsorengelder finanziert. Damit können wir die Unabhängigkeit und Neutralität garantieren – das CRS-Register dient allein der Wissenschaft und unseren Patient:innen.“ Nach Klimek und Becker wird somit die Grundlage geschaffen, um mit den gewonnenen Daten zukünftige Leitlinien, Therapieentscheidungen und Forschungsprojekte zu ermöglichen und zielgerichteter zu gestalten.

Patienten mit Chronischer Rhinosinusitis aktiv einbinden

Das GENRE-CRS-Register ist auf eine langfristige Beobachtung ausgelegt. Es läuft unbegrenzt, sodass Krankheitsverläufe über viele Jahre hinweg dokumentiert werden können. Die Datenerfassung erfolgt digital: Ärztinnen und Ärzte geben alle relevanten Informationen direkt während der Konsultation über eine benutzerfreundliche Eingabemaske ein.

Die erfassten Daten können anschließend als Arztbrief oder strukturierter Bericht (PDF) exportiert und problemlos in das Praxis- oder Klinikdokumentationssystem integriert werden. Zusätzlich werden Patientinnen und Patienten aktiv eingebunden: Sie dokumentieren ihre Symptome in einem digitalen Tagebuch und beantworten begleitende Fragebögen über eine Smartphone-App.

Die deutschlandweite prospektive Datenerhebung startet im Frühjahr 2026. Ärztinnen und Ärzte sind herzlich eingeladen, sich bereits jetzt zu beteiligen und den Start in ihrer Praxis oder ihrem Zentrum vorzubereiten.