Deutschlandweites Modellprojekt zur Speziellen Orthopädischen Geriatrie

Gloria von Thurn und Taxis zusammen mit dem Joachim Grifka (l.) und Klinik-Geschäftsführer Franz Hafner im Gespräch mit Patienten (Foto: Asklepios Klinikum Bad Abbach/Rainer Fleischmann).

Von einem neuen im Orthopädischen Universitätsklinikum Regensburg Bad Abbach entwickelten Konzept der “Speziellen Orthopädischen Geriatrie” (SOG) können Senioren mit Vorerkrankungen, aber auch viele jüngere Orthopädie-Patienten profitieren. Am 8. Mai wurde das vernetzte Therapiekonzept mit bundesweitem Modellcharakter im Asklepios-Klinikum Bad Abbach offiziell vorgestellt.

“SOG überbrückt interdisziplinär die Grenzen klassischer medizinischer Fachbereiche. Es ermöglicht den Ärzten, künftig besser als bisher bei der Behandlung älterer Orthopädie-Patienten auf eventuell vorhandene internistische Vorerkrankungen optimal zu reagieren: von Herzschwäche über Bluthochdruck, und Diabetes mellitus bis zu Gebrechlichkeit, Mangelernährung und Sturzneigung, betont das Klinikum in einer Mitteilung. Geriatrische Multimorbidität stelle bei OPs ein Risiko dar, inbesondere da zwei Drittel aller Patienten über 65 zudem noch vier oder mehr verschiedene Medikamente einnähmen.

Bausteine für einen reibungslosen Heilungsprozess
Das Konzept für SOG wurde am Asklepios-Klinikum Bad Abbach unter Leitung von Dr. Annette Kurrle, Fachärztin für innere Medizin und Geriatrie, und Prof. Joachim Grifka, Direktor der Orthopädischen Universitätsklinik, konzipiert. Dabei werden von der Aufnahme bis zur Entlassung des Patienten die einzelnen Komponenten der orthopädischen Behandlung eng mit geriatrischen Therapie-Elementen verzahnt und  internistisch-geriatrische Behandlungsbausteine nahtlos in die orthopädische Therapie eingefügt.

Voraussetzung für die Umsetzung von SOG sei die im April erfolgte Aufnahme des Asklepios-Klinikums Bad Abbach als akutgeriatrische Behandlungseinrichtung im Krankenhausplan des Freistaates Bayern gewesen.

“Safety First”

“Für uns gilt: Safety First. Das hier in Bad Abbach entwickelte SOG-Verfahren schafft für Patienten mit oft verschiedensten Begleiterkrankungen ein deutliches Plus an Sicherheit für einen reibungslosen Behandlungsverlauf”, sagte Grifka. “Wichtig ist hierbei auch die Kooperation mit dem Hausarzt zur optimalen Vorbereitung des Patienten auf die Operation”, ergänzte Kurrle, die die Sektion “SOG Spezielle Orthopädische Geriatrie” in Bad Abbach leitet.

Berufsrechtliche Änderungen erlaubten es zudem nun auch, Patienten telefonisch zu beraten. In einer von Kurrle eingerichteten Telefonsprechstunde könnten bereits im Vorfeld einer OP wichtige Fragen geklärt werden.

Ein Modell auch für jüngere Patienten
“Die demografische Entwicklung mit zunehmender Überalterung der Gesellschaft stellt auch die Orthopädie vor besondere Herausforderungen. Wir brauchen neue Strategien, um den immer älter werdenden Patienten einen bestmöglichen komplikationsfreien Heilungsprozess und anschließend wieder ein beschwerdefreies Leben zu ermöglichen”, erklärte Grifka bei der Präsentation des SOG-Konzepts. “Von der interdisziplinären SOG-Therapie profitieren aber auch Patienten, die mit 50 noch mitten im Berufsleben stehen und oft zum Beispiel unter nicht erkannten Vorerkrankungen leiden”, so Kurrle weiter.

Schirmherrin des SOG-Projektes ist Fürstin Gloria von Thurn und Taxis. Sie erklärte: “Es  kann in Zukunft nicht nur darum gehen, nur dem Leben mehr Jahre zu geben, sondern den Menschen in den gewonnenen Jahren durch optimierte medizinische Versorgung auch mehr Lebensqualität zu verschaffen. Das Bad Abbacher Modell der speziellen orthopädisch-internistischen Versorgung setzt hier Maßstäbe.”