DFG bewilligt neuartigen MPI-Scanner für Lübeck8. Januar 2026 Visualisierung eines zukünftigen klinischen Setups für multimodales Magnetic Particle Imaging (MPI). Das Bild zeigt symbolisch die Integration von MPI und CT sowie die Überwachung von Hyperthermie-Behandlungen. Copyright: KI generiert, Google Gemini; Bildquelle: Universität zu Lübeck Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat den Antrag der Universität zu Lübeck zur Erforschung eines neuartigen Scanners für das Magnetic Particle Imaging (MPI) in Kombination mit Computertomographie (CT) und Hyperthermie in Höhe von etwa 4,3 Mio. Euro bewilligt. Das Konzept wurde von der Universität zu Lübeck, dem Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH), Campus Lübeck, und dem Fraunhofer IMTE entwickelt und von zahlreichen Forschungsgruppen aus ganz Deutschland unterstützt. In der internationalen Begutachtung erhielt das Vorhaben Bestnoten und wurde als besonders geeignet angesehen, die nächste Generation der MPI-Technologie in Richtung klinischer Anwendung zu beschleunigen. Für die Lübecker Forschung ist dies ein starker Auftakt in das Wissenschaftsjahr 2026 „Medizin der Zukunft“. Frühe und exakte Darstellung von Gefäßen, Entzündungen und Tumoren MPI ist eine junge, hochsensitive Echtzeit-Bildgebung, die magnetische Nanopartikel im Körper sichtbar macht und zunehmend den Weg für neue diagnostische und therapeutische Konzepte bereitet. Der in Lübeck bewilligte präklinische Scanner geht dabei weit über bisherige Systeme hinaus: Er kombiniert MPI mit CT für präzise anatomische Information und integriert zugleich Hyperthermie, also die gezielte Erwärmung von Nanopartikeln im Gewebe. Diese multimodale Verbindung ermöglicht eine frühe und exakte Darstellung von Gefäßen, Entzündungen und Tumoren. Zugleich eröffnet sie auch neue therapeutische Optionen, etwa das kontrollierte Schädigen von Tumorzellen oder die lokale Freisetzung von Wirkstoffen. MPI überwacht dabei kontinuierlich die Verteilung der Partikel und perspektivisch auch deren Temperatur. In diesem Zusammenspiel entstehen Ansätze für eine personalisierte Onkologie, in der Diagnose und Behandlung eng verzahnt sind und durch KI-gestützte Analysen weiter präzisiert werden. So kann eine höhere Wirksamkeit erzielt und Nebenwirkungen minimiert werden. Der von Prof. Thorsten Buzug koordinierte Antrag hatte die DFG im wissenschaftlichen Inhalt und in der ausgeführten Darstellung überzeugt. Buzug, Direktor des Instituts für Medizintechnik der Universität zu Lübeck und geschäftsführender Direktor des Fraunhofer IMTE, hat das Feld des MPI mitbegründet und seit den Anfängen maßgeblich geprägt. Meilenstein für den Forschungsstandort Lübeck In der Begutachtung wurde hervorgehoben, dass Lübeck über eine einzigartige Kombination aus technischer MPI-Expertise, langjähriger Erfahrung in der Geräteentwicklung und einer breit vernetzten klinischen Umgebung verfügt. Viele der grundlegenden Beiträge zur MPI-Technologie stammen aus Lübeck, und die internationale Prüfungsgruppe bescheinigte dem Standort eine weltweit führende Rolle auf diesem Gebiet. Besonders positiv bewertet wurde zudem die Einbindung zahlreicher junger Wissenschaftler aus unterschiedlichen Disziplinen in das Konsortium sowie die engen Kooperationen mit weiteren Einrichtungen – unter anderem in Hamburg, Erlangen, Rostock, Greifswald, Bayreuth und Karlsruhe. Prof. Thorsten Buzug, PD Dr. Franz Wegner und Dr.-Ing. Mandy Ahlborg (v.l.) mit einer in Kooperation zwischen Fraunhofer IMTE und der Universität zu Lübeck entwickelten Hyperthermiespule. Copyright: Sandy Bevers, Fraunhofer IMTE; Bildquelle: Universität zu Lübeck „Die Bewilligung dieses neuartigen MPI-Systems ist ein Meilenstein für den Forschungsstandort Lübeck“, unterstreicht Buzug. „Erstmals kann in Lübeck Diagnostik, anatomische Bildgebung und hyperthermische Therapie in einem integrierten System zusammengeführt werden. Das eröffnet uns die Möglichkeit, Behandlungsstrategien zu entwickeln, bei denen wir Therapieeffekte in Echtzeit beobachten und gezielt steuern können. Unser Ziel ist es, durch diese Technologie den Weg zu schonenderen, individuell zugeschnittenen Therapien zu ebnen. Dieses Projekt ist das Ergebnis einer beeindruckenden Teamleistung vieler Kliniken, Institute und Partner in Lübeck und darüber hinaus.“ Bewilligung stellt Weichen für die nächste Entwicklungsstufe Auch die Universitätsleitung sieht in der Förderung einen wichtigen strategischen Impuls. Prof. Dr. Helge Braun, Präsident der Universität zu Lübeck, betont: „Die Entscheidung der DFG bestätigt auf eindrucksvolle Weise die führende Rolle Lübecks in der Magnetic-Particle-Imaging-Forschung. Mit dem neuen System stärken wir unser Profil an der Schnittstelle von Technik und Medizin und schaffen heute Voraussetzungen, um innovative Therapien zu entwickeln, die langfristig Patientinnen und Patienten zugutekommen. Ich gratuliere Prof. Buzug und dem gesamten Konsortium zu diesem großartigen Erfolg und danke allen Beteiligten für ihr herausragendes Engagement.“ Mit der Bewilligung des Großgeräts stellt Lübeck die Weichen für die nächste Entwicklungsstufe der MPI-Technologie: von der präklinischen Forschung hin zur klinischen Anwendung, mit dem Ziel, Diagnostik und Therapie zu verbinden und die personalisierte Medizin konkret erfahrbar zu machen.
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