DFG-Schwerpunktprogramm gestartet: Therapien gegen erbliche Netzhauterkrankungen6. Dezember 2018 Kick-off-Meeting des DFG-Schwerpunktprogramms 2127 „Gen- und zellbasierte Therapien für die Behandlung neuroretinaler Degeneration“ am Frankfurter Flughafen. Koordinator und Sprecher des Programms ist Prof. Knut Stieger (r.), Koordinatorin Prof. Birgit Lorenz (3.v.r.). Foto: B. Lorenz Mit einem Kick-off-Meeting in Frankfurt/M. ist das interdisziplinäre DFG-Schwerpunktprogramm „Gen- und zellbasierte Therapien für die Behandlung neuroretinaler Degeneration“ gestartet worden. Koordiniert wird der zugehörige Forschungsverbund von Prof. Knut Stieger (Sprecher), Professur für Experimentelle Ophthalmologie an der Justus-Liebig-Universität (JLU) Gießen, und Prof. Birgit Lorenz, Direktorin der Klinik und Poliklinik für Augenheilkunde der JLU. Wer an erblicher Netzhautdystrophie leidet, dem droht derzeit das schwere Schicksal der Erblindung – oft bereits in jungen Jahren. Um Menschen mit dieser bislang unheilbaren Augenkrankheit eine Perspektive zu geben und erfolgversprechende Behandlungsmethoden zu entwickeln, so teilt die JLU mit, arbeiten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus den Bereichen Ophthalmologie, molekulare Biologie, Gentherapie, Zelltherapie, Pharmakologie, Immunologie und Vektorologie in einem interdisziplinären Verbund zusammen – dem neuen Schwerpunktprogramm (SPP) 2127 „Gen- und zellbasierte Therapien für die Behandlung neuroretinaler Degeneration“ der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG). Mit einer Kick-off-Veranstaltung hat der Verbund nun seine Arbeit aufgenommen. Um die Aktivitäten von insgesamt 29 Projektleiterinnen und -leitern in 20 Projekten innerhalb des Verbundes zu koordinieren und durch intensives Networking einen Mehrwert für die beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler und damit für die einzelnen Projekte zu erzielen, trafen sich die Beteiligten im Konferenzzentrum des Frankfurter Flughafens. Sie erhielten dort eine Übersicht über die geförderten Projekte, und wichtige organisatorische Fragen wurden geklärt. Nachwuchsförderung im Fokus “Von besonderer Bedeutung ist die Organisation der Nachwuchsförderung”, betont die JLU. Innerhalb der verschiedenen Projekte würden in den kommenden drei Jahren mehr als 20 Doktorandinnen und Doktoranden intensiv forschen. Dies biete die einmalige Chance, “hochkompetenten Nachwuchs für dieses Forschungsgebiet zu generieren”. Darüber hinaus seien zwei internationale Tagungen innerhalb der Förderperiode geplant, auf denen die Ergebnisse der verschiedenen Aktivitäten innerhalb des SPP dem Fachpublikum sowie der Öffentlichkeit präsentiert würden. Das Schwerpunktprogramm SPP 2127 umfasst nach Angaben der JLU ein Konsortium von 20 Gruppen aus Deutschland, die in den kommenden drei Jahren mit über sieben Millionen Euro auf diesem hochaktuellen Forschungsgebiet Therapien für bisher nicht behandelbare erbliche Netzhauterkrankungen entwickeln und parallel klinische Untersuchungsmethoden etablieren, mit denen die Sehfunktion “in bisher nicht gekannter Detailliertheit” gemessen werden kann. Bei erfolgreichem Verlauf, so heißt es, bestehe die Aussicht auf eine weitere dreijährige Förderperiode. “Die beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sind international führend auf diesem Gebiet und haben im Rahmen dieses von der DFG speziell geförderten Programms die Möglichkeit, in enger Kooperation die bisherigen Errungenschaften in der Therapieentwicklung gemeinsam effektiv weiter voranzutreiben”, erklärt die JLU. Dabei werde ein besonderes Augenmerk auf die Verknüpfung von grundlagenbasierten und klinischen Projekten gelegt, sodass Expertinnen und Experten aus beiden Bereichen sich gegenseitig unterstützen und die jeweilige Expertise weitergeben könnten. Stieger und Lorenz arbeiten laut Mitteilung der Universität seit über zehn Jahren an der JLU gemeinsam an der Entwicklung neuer Therapieformen für erbliche Netzhauterkrankungen sowie an neuen diagnostischen Methoden, um die in klinischen Studien auftretenden therapeutischen Effekte möglichst genau morphologisch und funktionell darstellen zu können. Dabei würden neueste Methoden der Gentherapie sowie der Genomeditierung genutzt, die vielversprechende Ansätze in der zukünftigen Behandlung erblicher Krankheiten darstellten. Weitere Informationen: www.uni-giessen.de/fbz/fb11/institute/klinik/augenheilkunde Quelle: Justus-Liebig-Universität Gießen
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