DGÄPC-Statistik 2026: Oberlidstraffung überholt Botulinumtoxin13. Oktober 2026 Symbolbild: © Nomad_Soul – stock.adobe.com Die Oberlidstraffung steht vor Botulinumtoxin an der Spitze der diesjährigen DGÄPC-Statistik. Dahinter folgen Faltenunterspritzungen, Brustvergrößerungen mit Implantaten und Bruststraffungen. „Die Statistik zeigt, mit welchen Wünschen Patienten tatsächlich in unsere Praxen kommen. Gerade im Vergleich zu den oft kurzlebigen Trends in sozialen Medien ist das ein wichtiger Blick auf die Realität in unseren Praxen und Kliniken“, sagt Dr. Michaela Montanari (Bochum), Präsidentin der Deutschen Gesellschaft für Ästhetisch-Plastische Chirurgie e.V. (DGÄPC). „Aus einem Behandlungswunsch wird erst durch eine persönliche Untersuchung und ehrliche Beratung eine verantwortbare medizinische Entscheidung.“ Die Top 5 der befragten Patienten Über alle Altersgruppen hinweg werden 2026 diese Behandlungen am häufigsten genannt: Oberlidstraffung: 11,7 Prozent Botulinumtoxinbehandlung: 11,3 Prozent Faltenunterspritzung: 8,7 Prozent Brustvergrößerung mit Implantaten: 8,6 Prozent Bruststraffung: 8,5 Prozent Im Vorjahr führte noch Botulinumtoxin mit 13,8 Prozent vor der Oberlidstraffung mit 12,8 Prozent. Dass die Oberlidstraffung nun Platz eins belegt, liegt somit nicht an einem Anstieg ihres Anteils: Beide Behandlungen wurden 2026 seltener genannt, Botulinumtoxin jedoch stärker. Auch der Anteil der Faltenunterspritzungen ging zurück, von 10,5 auf 8,7 Prozent. Brustvergrößerungen mit Implantaten stiegen dagegen von 7,8 auf 8,6 Prozent, Bruststraffungen von 8,1 auf 8,5 Prozent. Leidensdruck und Erwartungen sorgfältig besprechen Während die Anteile von Botulinumtoxin und Faltenunterspritzungen sinken, gewinnen operative Gesichtsliftings an Bedeutung. Zusammengenommen erreichen Face-, Hals-, Stirn- und Augenbrauenliftings 12,6 Prozent. Im Vorjahr waren es 10,0 Prozent. Gemeinsam würden diese chirurgischen Operationen sogar den ersten Platz belegen. Bei den 18- bis 30-Jährigen stehen Brustoperationen an der Spitze: Brustvergrößerungen mit Implantaten erreichen 14,5 Prozent, Brustverkleinerungen 11,5 Prozent und Bruststraffungen 10,5 Prozent. Auch Intimkorrekturen, Nasenkorrekturen und die Behandlung einer Gynäkomastie gehören zu den nachgefragten Eingriffen. Hinter diesen Wünschen stehen häufig körperliche Merkmale oder Fehlanlagen, die die Patienten seit Jahren beschäftigen. Das zeigen auch die Angaben zur Dauer ihrer Belastung: 42,1 Prozent der unter 30-Jährigen geben an, seit mehr als drei Jahren unter ihrem Problem zu leiden. Weitere 23,2 Prozent sagen: „Seit ich denken kann“. Zusammen sind das rund zwei Drittel der jungen Befragten. Ihre Behandlungswünsche lassen sich deshalb nicht allein mit kurzfristigen Trends erklären. Für die Fachärzte kommt es darauf an, die individuelle Ursache, den Leidensdruck und die Erwartungen sorgfältig zu besprechen. Auch körperstraffende Eingriffe bleiben in der DGÄPC Statistik präsent: Bruststraffungen erreichen 2026 einen Anteil von 8,5 Prozent, Bauchdeckenstraffungen 5,7 Prozent. Die Gründe für solche Operationen sind unterschiedlich. Einer davon ist ein starker Gewichtsverlust, nach dem sich die Haut nicht ausreichend zurückbildet. Social Media beeinflusst Wünsche Das Fokusthema der diesjährigen Statistik ist der Einfluss digitaler Informationen auf ästhetische Behandlungswünsche. 20,2 Prozent der unter 30-Jährigen geben an, dass Posts anderer ihren Wunsch nach einer persönlichen Veränderung durch einen ästhetisch-plastischen Eingriff verstärken. Im Vorjahr waren es 23,8 Prozent. Über alle Altersgruppen hinweg liegt der Wert bei 12,8 Prozent nach 14,0 Prozent im Jahr 2025. Die Werte sind damit gegenüber dem Vorjahr rückläufig, im Fünfjahresvergleich aber weiterhin hoch: 2021 hatten erst 9,0 Prozent der unter 30-Jährigen und 4,0 Prozent aller Befragten angegeben, dass Posts ihren Veränderungswunsch verstärken. Bei der Wahl des Behandlers nennen die Befragten andere Maßstäbe: 88,8 Prozent achten auf Qualität und fachliche Kompetenz des Arztes. Der Social-Media-Auftritt spielt für 7,2 Prozent eine Rolle. „Reichweite ist kein Qualifikationsnachweis“, sagt Dr. Alexander Schönborn (Berlin/Potsdam), Präsident der Vereinigung der Deutschen Ästhetisch-Plastischen Chirurgen (VDÄPC). „Patienten sollten prüfen können, welche fachärztliche Weiterbildung ein Behandler absolviert hat. Gerade wenn medizinische Information, persönliche Erfahrung und Werbung ineinanderfließen, sind nachvollziehbare Qualifikationen und sachliche Aufklärung entscheidend.“ Montanari ergänzt: „Ein Feed kann Wünsche wecken, aber keine medizinische Indikation stellen. Unsere Aufgabe ist es, Erwartungen mit dem individuellen Befund abzugleichen, Risiken offen zu benennen und auch Nein zu sagen, wenn ein Eingriff nicht sinnvoll ist.“
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