DGAI-Qualitätssiegel künftig im Bundes-Klinik-Atlas sichtbar20. Februar 2026 Intensivmedizin im Alltag: Das DGAI-Zertifikat unterstützt Kliniken dabei, Qualität, Strukturen und Teamarbeit systematisch weiterzuentwickeln. (Foto: ©DGAI) Als einziges Zertifikat für Intensivmedizin in Deutschland gibt das Qualitätssiegel der Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin (DGAI) künftig im Bundes-Klinik-Atlas Auskunft über die Versorgung auf deutschen Intensivstationen. Mehr Transparenz, mehr Qualität, mehr Orientierung: Mit dem überarbeiteten modularen Zertifikat „Intensivmedizin“ eröffnet die DGAI Intensivstationen in Deutschland neue Möglichkeiten, ihre Versorgungsqualität systematisch weiterzuentwickeln und sichtbar zu machen – auch im Bundes-Klinik-Atlas. Das seit 2014 etablierte Zertifikat wurde umfassend aktualisiert, um neue Module ergänzt und nun auch vom Institut für Qualitätssicherung und Transparenz im Gesundheitswesen (IQTIG) positiv bewertet, wie die DGAI kürzlich bekannt gab. Auch das separat zertifizierbare „Modul Weaning“ zur strukturierten Entwöhnung von der Beatmung ist in die Übersicht aussagekräftiger Zertifikate und Siegel des IQTIG aufgenommen worden. Damit seien die Voraussetzungen geschaffen worden, zertifizierte intensivmedizinische Einheiten künftig im Bundes-Klinik-Atlas sichtbar zu machen. „Qualität auf Intensivstationen muss nachvollziehbar und vertrauenswürdig sein – nicht nur für Fachleute, sondern auch für Patientinnen und Patienten“, sagt DGAI-Präsident Prof. Gernot Marx. „Unser Zertifikat ist das einzige bundesweite Zertifikat für Intensivmedizin. Dass es nun vom IQTIG anerkannt wurde, zeigt: Diese Standards sind praxisnah, belastbar und schaffen Transparenz – für Kliniken ebenso wie für die Öffentlichkeit.“ Bereits mehr als 40 Kliniken zertifiziert Das Zertifikat „Intensivmedizin“ (AIZert) unterstützt Intensivstationen dabei, ihre Versorgungsqualität systematisch weiterzuentwickeln und sichtbar zu machen. Es ist modular aufgebaut und bildet zentrale strukturelle, personelle und organisatorische Anforderungen der intensivmedizinischen Versorgung ab. Aktuell sind mehr als 40 Kliniken aus der Regel- und Schwerpunktversorgung zertifiziert. Laut DGAI zeigen die Rückmeldungen aus den teilnehmenden Einrichtungen, dass der Zertifizierungsprozess nachhaltige Verbesserungen von Abläufen, Teamstrukturen und interprofessioneller Zusammenarbeit anstoße. „Hohe Qualität in der Intensivmedizin ist kein Zufall. Sie erfordert klare Strukturen, überprüfbare Standards und eine nachhaltige Investition in Expertise und Menschen“, sagt Prof. Thorsten Brenner, Leiter der Sektion Intensivmedizin der DGAI. „Genau dafür steht unser Zertifikat.“ Neue Module greifen zentrale Herausforderungen der modernen Intensivmedizin auf Im Zuge der Aktualisierung wurde das gesamte Zertifikatsprogramm umfassend überarbeitet, um bislang fehlende Aspekte ergänzt und an aktuelle Leitlinien angepasst. Mit zwei neuen fakultativen Modulen reagiert die DGAI dazu gezielt auf zentrale Herausforderungen der modernen Intensivmedizin. Das Modul Infektiologie adressiert die zunehmende Bedeutung schwerer Infektionen und der Sepsis als eine der größten klinischen Herausforderungen auf Intensivstationen. Es definiert strukturierte Prozesse für Diagnostik und Therapie und stärkt verlässliche Abläufe sowie die interdisziplinäre Zusammenarbeit. Das Modul Fort- und Weiterbildung rückt einen weiteren entscheidenden Faktor für Versorgungsqualität in den Fokus: die nachhaltige Qualifikation des ärztlichen Personals. In Zeiten von Fachkräftemangel und hoher Fluktuation gewinnen strukturierte Weiterbildungskonzepte zunehmend an Bedeutung. Das Modul erfasst systematisch die strukturellen Voraussetzungen für ärztliche Weiterbildung, fördert innovative Lehr- und Lernformate – von Simulationstrainings bis zu digitalen Angeboten – und stärkt damit die Attraktivität von Intensivstationen im Wettbewerb um qualifizierten Nachwuchs. „Die neuen Module greifen gezielt Zukunftsthemen der Intensivmedizin auf und sind eng an den Versorgungsalltag angebunden“, sagen Prof. Johannes Bickenbach und Prof. Onnen Mörer, die in der DGAI federführend für das Update verantwortlich waren. „Damit wird das Zertifikat zu einem praxisnahen Instrument, das Versorgungsqualität messbar macht und zugleich die Weiterentwicklung der Intensivmedizin unterstützt.“ Die DGAI lädt Intensivstationen ausdrücklich ein, das modulare Zertifikat „Intensivmedizin“ als Instrument der strukturierten Qualitätsentwicklung zu nutzen und damit einen aktiven Beitrag zur Stärkung der intensivmedizinischen Versorgung in Deutschland zu leisten.
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