DGAI und BDA fordern bessere Umsetzung der Telefonreanimation in deutschen Leitstellen15. Februar 2024 Symbolfoto: ©AntonioDiaz/stock.adobe.com Zwar konnte die Quote der Telefonreanimationen in den letzten zehn Jahren deutlich zulegen, aber die deutschen Reanimationsexpertinnen und -experten sehen weiteres Verbesserungspotential. In den vergangenen Jahren hat sich die Bedeutung der telefonischen Unterstützung bei der Wiederbelebung stetig gesteigert. Laut aktuellen Statistiken des Deutschen Reanimationsregisters ist die Quote der Telefonreanimation von 12,4 Prozent im Jahr 2014 auf 30,9 Prozent im Jahr 2022 angestiegen. Diese Zunahme verdeutlicht die Wirksamkeit und Wichtigkeit dieser lebensrettenden Maßnahme – reicht aber laut Expertinnen und Experten der Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin e.V. (DGAI) sowie des Berufsverbandes Deutscher Anästhesistinnen und Anästhesisten e.V. (BDA) längst nicht aus. Seit 2010 wird die Telefonreanimation (TCPR) in den Reanimationsleitlinien empfohlen. Eine bedeutende Rolle bei der Implementierung spielen dabei die zehn Thesen zur Verbesserung der Reanimationsversorgung in Deutschland, die im Rahmen der von DGAI, BDA und Deutschen Reanimationsregister ausgerichteten Bad Boller Reanimations- und Notfallgespräche 2014 entwickelt und 2024 aktualisiert wurden. Diese Thesen betonen unter anderem die Notwendigkeit einer flächendeckenden Schulung der Bevölkerung in Wiederbelebung und die Anleitung von Ersthelferinnen und -helfern durch die Rettungsleitstelle bei Verdacht auf Herzstillstand. „Durch die Umsetzung der zehn Thesen wird auch die Telefonreanimation als integraler Bestandteil der Ersten Hilfe in Deutschland weiter gestärkt und trägt maßgeblich dazu bei, Leben zu retten“, erklärt Jan-Thorsten Gräsner, Sprecher der DGAI-Sektion Notfallmedizin sowie des Organisationskomitees des Deutschen Reanimationsregisters. Im Update der zehn Thesen betonen die Autorinnen und Autoren, dass der Umsetzungsstatus von Telefonreanimation in deutschen Leitstellen noch deutlich verbessert werden müsse. An einer Umfrage im Jahr 2021, die mit Unterstützung des Fachverbands Leitstellen e.V. durchgeführt wurde, hatten den Organisationen zufolge etwa ein Drittel der befragten Leitstellen nicht teilgenommen. Weniger als die Hälfte der Teilnehmer habe von einer durchgängigen Einführung von TCPR berichtet. In der Schlussfolgerung fordern die Thesen-Autoren: „Leitlinien für die Durchführung und Systeme für das Qualitätsmanagement bei TCPR sind bereits entwickelt und müssen nur genutzt werden.“ Die Anwendung von TCPR sollte auf Landesebene systematisch erfasst und alle Einsätze evaluiert werden, um eine Auswertung beispielsweise in einem landesweiten ÄLRD(Ärztliche Leitung Rettungsdienst)-Report zu ermöglichen.
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