DGU: Prostatakrebs-Screening in kommender Legislaturperiode etablieren 3. Februar 2025 DGU-Generalsekretär Maximilian Burger. Foto: Caritas-Krankenhaus St. Josef Regensburg Anlässlich des Weltkrebstages am 4. Februar weist die Deutsche Gesellschaft für Urologie (DGU) auf die Bedeutung der Einführung eines organisierten Prostatakarzinomfrüherkennungsprogramms als Leistung der gesetzlichen Krankenversicherung in Deutschland hin. Die wissenschaftliche Fachgesellschaft appelliert an die künftige Regierung, die EU-Ratsempfehlung für ein Screening auf nationaler Ebene mit Nachdruck weiterzuverfolgen und in der kommenden Legislaturperiode ein risikoadaptiertes PSA-basiertes Prostatakarzinom-Screening zu etablieren. Das Prostatakarzinom ist die häufigste Krebserkrankung des Mannes in Deutschland und gleichzeitig die zweithäufigste krebsbedingte Todesursache beim Mann. Die Erkrankung ist im Frühstadium gut heilbar. „Da der Tumor aber zunächst meist keine Symptome verursacht, hat die Früherkennung für beschwerdefreie Männer eine besondere Bedeutung“, sagt der Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Urologie e.V., Prof. Maximilian Burger. Die DGU setze sich deshalb seit Langem für eine zeitgemäße Früherkennungsmethode ein, die neben der Tastuntersuchung der Prostata auch einen PSA-Test umfasst. Laut aktueller S3-Leitlinie Prostatakarzinom soll Männern ab dem 45. Lebensjahr, die nach ergebnisoffener Aufklärung über die Vor- und Nachteile der Früherkennung von Prostatakrebs eine Früherkennungsuntersuchung wünschen, die Bestimmung des PSA-Wertes als Untersuchungsmethode angeboten werden. Die gesetzliche Früherkennungsuntersuchung beinhaltet derzeit eine Tastuntersuchung der Prostata, der regionären Lymphknoten und des äußeren Genitales sowie eine Beurteilung der Haut. Die Bestimmung des PSA-Wertes wird von den gesetzlichen Krankenkassen nicht übernommen. Risikoadaptierte Prostatakarzinomfrüherkennung Auslöser für die aktuelle Prüfung eines organisierten Screenings zulasten der gesetzlichen Krankenkassen war die EU-Ratsempfehlung (2022/0290 [NLE]) für ein Prostatakarzinom-Screening auf der Grundlage eines PSA-Tests im Jahr 2022. Dementsprechend hat die DGU ein Konzept zur risikoadaptierten Prostatakarzinomfrüherkennung erarbeitet und 2024 das Positionspapier „Risikoadaptierte Prostatakarzinomfrüherkennung 2.0“ veröffentlicht. „Die risikoadaptierte Prostatakarzinomfrüherkennung sieht eine PSA-Bestimmung bei Männern im Alter von 45 bis 65 Jahren vor. Anschließend erfolgt eine individuelle Risikostratifizierung auf Basis des PSA-Werts, wobei die Diagnostik schrittweise erweitert wird – von der Magnetresonanztomographie der Prostata bis hin zur Biopsie“, erklärt DGU-Präsident Prof. Bernd Wullich. „Der Algorithmus ermöglicht eine moderne Diagnostik, die sowohl die Sterblichkeit und die Zahl palliativer Behandlungen reduziert als auch das Risiko von Überdiagnosen und Übertherapien verringert“, so Wullich weiter. „Die flächendeckende Etablierung eines organisierten Screenings in der kommenden Legislaturperiode mit hoher Priorität zu verfolgen, obliegt nun vor allem dem künftigen Bundesgesundheitsminister respektive der Bundesgesundheitsministerin“, appelliert DGU-Generalsekretär Burger und setzt auf einen weiteren konstruktiven Austausch mit dem Gemeinsamen Bundesausschuss. Einstweilen ist Eigeninitiative gefordert Angesichts von circa 66.000 Prostatakarzinom-Neuerkrankungen und rund 15.000 Todesfällen pro Jahr rät DGU-Pressesprecher Prof. Axel Merseburger am diesjährigen Weltkrebstag allen Männern, sich in Eigeninitiative über die Früherkennung des häufigsten Tumors des Mannes zu informieren und verweist auf das Patientenportal www.urologische-stiftung-gesundheit.de der Fachgesellschaft. „Männer sollten sich von ihrer Urologin/ihrem Urologen umfassend beraten lassen, insbesondere über die Vorteile einer Kombination aus Tastuntersuchung und PSA-Bestimmung“, so Merseburger. (DGU/ms)
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