DGVS: Übermäßiger Verzehr von Fruchtsäften und Smoothies schadet der Leber12. Januar 2024 Foto: © Angela Rohde/stock.adobe.com Zu viel Fructose kann zu einer Fettleber führen – mehr noch als andere Zuckerarten, das belegen aktuelle Studien. Darum rät die Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) dazu, verarbeiteten Fruchtzucker nur in Maßen zu genießen. Fructose gilt häufig als die gesunde Alternative zum Haushaltszucker. Doch Professor Ali Canbay, Klinikdirektor der Medizinischen Klinik am Universitätsklinikum der Ruhr-Universität Bochum, sagt: „Alle Zuckerarten finden bei Überkonsum ihren Weg in die Leber und können damit zu einer Fettleber beitragen, doch die Fructose steigert die Fettneubildung in besonderem Maße – um das 15-fache gegenüber der Glukose etwa.“ Dies liegt vermutlich daran, dass die Leber eine wichtige Rolle bei der Verarbeitung von Fructose hat und unter bestimmten Krankheitsbedingungen vermehrt Enzyme bildet, die Fructose abbauen und Fett herstellen. Die gesteigerte Fettproduktion in der Leber kann nicht nur zu Fetteinlagerungen dort führen, sondern auch andere Stoffwechselprozesse wie die Funktion der Betazellen, die Insulinproduktion und die Insulinempfindlichkeit beeinträchtigen. Deshalb muss sichergestellt werden, dass mit zu viel Obst nicht unerwünschte Ergebnisse erreicht werden, betont Dr. Birgit Terjung, Ärztliche Direktorin der GFO Kliniken Bonn. „Wenn in einen frisch gepressten Orangensaft 5 Orangen wandern oder Smoothies gleich aus mehreren 100 Gramm Obst bestehen, übersteigt man schnell die von der WHO empfohlene Menge an Fructose von 25 Gramm pro Mahlzeit, maximal 80 g pro Tag“, so die Expertin. Sie empfiehlt 2 Portionen Obst am Tag, die idealerweise unverarbeitet gegessen und gut gekaut werden sollten. „Dann gelingt auch der gesunde Start ins neue Jahr“, sagt die Expertin. Die Pressemitteilung der DGVS bezieht sich auf zwei Studien. In der Studie „Fructose drives de novo lipogenesis affecting metabolic health“, veröffentlicht im „Journal of Endocrinology“, heißt es „Wichtig ist, dass die fructosespezifischen Wirkungen unabhängig von einer Überernährung bei gesunden Personen auftreten.” Und weiter: „Der Zucker-/Fructosekonsum sollte reduziert werden, um diese ungünstigen Stoffwechselanpassungen zu vermeiden.“ In der zweiten Studie „Fructose: a modulator of intestinal barrier function and hepatic health?“ veröffentlicht im „European Journal of Nutrition“, heißt es: „Tatsächlich deuten die Ergebnisse von Human- und Tierstudien sowie In-vitro-Studien darauf hin, dass mit Fructose angereicherte Diäten die Zusammensetzung der Darmmikrobiota verändern können.“
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