Diabetes als Risikofaktor bei COVID-195. Juni 2020 © Atlas – stock.adobe.com Die Daten einer Untersuchung aus Wuhan (China) stützen die Auffassung, dass Diabetes als Risikofaktor für einen raschen Progress und eine schlechte Prognose bei COVID-19-Patienten anzusehen ist. Die Autoren der Studie, die in der Zeitschrift „Diabetes Metabolism: Research and Reviews“ veröffentlicht wurde, unterstreichen, dass Diabetespatienten mit COVID-19 im Falle einer raschen Verschlechterung ihres Zustandes intensiver behandelt werden sollten. Die Mediziner hatten 174 Personen mit bestätigter COVID-19-Erkrankung untersucht sowie demografische Daten, Krankengeschichte, Symptome, Laborbefunde, Thorax-CT-Scans und Behandlungsmaßnahmen dokumentiert und analysiert. Sie stellten dabei fest, dass COVID-19-Patienten, die abgesehen von ihrem Diabetes keine weiteren Komorbiditäten aufwiesen (n=24) ein höheres Risiko für schwere Pneumonien, die Freisetzung von mit Gewebeschäden assoziierten Enzymen, übermäßige unkontrollierte Entzündungsreaktionen und Hyperkoagulabilität im Zusammenhang mit einer Dysregulation des Glucosestoffwechsels hatten. Darüber hinaus waren die Serumspiegel entzündungsassoziierter Biomarker wie Interleukin-6, C-reaktives Protein, Serumferritin und D-Dimere bei Diabetikern gegenüber COVID-19-Patienten ohne Diabetes signifikant erhöht (p<0,01). Dies deute darauf hin, dass Diabetiker anfälliger für einen „Entzündungssturm“ sind, der schließlich zu einer raschen Verschlechterung der COVID-19-Erkrankung führt, schlussfolgern die Studienautoren abschließend. Fazit Unsere Daten stützen die Auffassung, dass Diabetes als Risikofaktor für einen raschen Progress und eine schlechte Prognose von COVID-19 angesehen werden sollte. Patienten mit Diabetes sollten im Falle einer raschen Verschlechterung intensiver behandelt werden. (ac) Autoren: Guo W et al. Korrespondenz: Shanshan Luo; [email protected] Studie: Diabetes is a risk factor for the progression and prognosis of COVID-19 Quelle: Diabetes Metab Res Rev 2020:e3319 [Epub ahead of print]. Web: https://doi.org/10.1002/dmrr.3319