Diabetes und Herzinsuffizienz: Insulinbehandlung mit schlechten Outcomes verbunden11. Dezember 2019 © appledesign – stock.adobe.com Insulin führt zu Natriumretention und Hypoglykämie. Bei Herzinsuffizienz (HF) mit reduzierter Ejektionsfraktion ist eine gleichzeitige Diabetestherapie mit Insulin mit schlechteren Ergebnissen verbunden. Doch wie sieht es bei Herzinsuffizienz bei erhaltener systolischer Pumpfunktion (HFpEF) aus? Li Shen von der Zhejiang University und Kollegen zeigen in einer aktuellen Studie, dass eine Insulintherapie auch hier von Nachteil ist. Daraus ließe sich zwar nicht auf einen Kausalzusammenhang schließen, die Sicherheit von Insulin und alternativen blutzuckersenkenden Behandlungen bei HF müsse jedoch in klinischen Studien bewertet werden, so die Autoren. Sie hatten den Zusammenhang zwischen Diabetes/-therapien und dem Risiko für den primären zusammengesetzten Endpunkt aus kardiovaskulärem Tod oder HF-Hospitalisierung sowie andere Ergebnisse in adjustierten Analysen in CHARM-Preserved (LVEF ≥45 %), I-Preserve und TOPCAT (Americas) zusammengefasst. Von 8466 Studienteilnehmern litten 2653 (31 %) unter Diabetes, darunter 979 (37 %), die Insulin erhielten. Diese Patienten waren vs. jenen ohne Insulin jünger, Body-Mass-Index, Prävalenz ischämischer Ätiologie, NT-ProBNP-Werte und der Einsatz von Diuretika waren höher, die NYHA-Klasse, Zeichen und Symptome sowie Lebensqualität und Nierenfunktion waren schlechter. Ferner stellten die Autoren fest, dass unter den 1398 Patienten mit echokardiographischen Daten der Insulingebrauch mit einem höheren linksventrikulären enddiastolischen Druck und mehr diastolischer Dysfunktion verbunden war als bei anderen Teilnehmern. Die Rate des primären Endpunktes lag bei Patienten ohne Diabetes bei 6,3/100 Patientenjahre und bei Diabetikern ohne bzw. mit Insulintherapie bei 10,2 bzw. 17,1/100 Patientenjahre (vollständig adjustierte HR [aHR], Insulin-behandelter Diabetes vs. anderem Diabetes 1,41; 95 %-KI 1,23–1,63; P<0,001]. Die adjustierte HR für plötzlichen Tod (Insulin-behandelter vs. anderer Diabetes) betrage 1,67 (95 %-KI 1,20–2,32; p=0,002), ergänzen sie. (sf) Autoren: Shen L et al.Korrespondenz: Prof. John McMurray; [email protected]Studie: Insulin treatment and clinical outcomes in patients with diabetes and heart failure with preserved ejection fractionQuelle: Eur J Heart Fail 2019;21(8):974–984.Web: dx.doi.org/10.1002/ejhf.1535