Diabetische Nephropathie: Chinesisches Mehrkräuter-Präparat ist Standardmedikament überlegen15. Januar 2026 Foto: © berit-kessler/stock.adobe.com Laut einer Studie des West China Hospital der Sichuan University (China) zeigt die diabetische Nephropathie unter Behandlung mit der Shenzhuo-Formel – einem Mehrkräuter-Präparat aus der Traditionellen Chinesischen Medizin – einen besseren Erhalt der Nierenfunktion als unter einer Standardtherapie. Die diabetische Nephropathie zählt zu den Indikationen der Shenzhuo-Formel (SZF), einer modifizierten Version von Didang Tang, wobei die Evidenzlage aus qualitativ hochwertigen Studien bislang begrenzt ist. Die neue klinische Studie untersuchte daher, ob SZF zur Behandlung diabetischer Nephropathie eine vergleichbare oder sogar bessere Wirksamkeit als die Standardtherapie mit dem Wirkstoff Irbesartan (IRB) zeigt. Die Forschungsergebnisse wurden in der Fachzeitschrift „Precision Clinical Medicine“ veröffentlicht. Die eGFR-Werte verbessert Die Wirksamkeit wurde mithilfe eines Bayes’schen Modells bewertet. Zu den mechanistischen Untersuchungen gehörten Olink-Entzündungsproteomik, Einzelzell-RNA-Sequenzierung (scRNA-seq) von KK-Ay-Mäusenieren sowie In-vivo-Experimente. Insgesamt wurden 120 Patienten mit diabetischer Nephropathie und Makroalbuminurie randomisiert. Nach 24 Wochen betrug die Veränderung der Gesamtproteinausscheidung im 24-Stunden-Urin −0,03 g/24 h in der SZF-Gruppe und 0,08 g/24 h in der IRB-Gruppe. Die geschätzte glomeruläre Filtrationsrate verbesserte sich unter SZF um 5,91 ml/min/1,73 m², sank jedoch unter IRB um −1,67 ml/min/1,73 m². Das Serumkreatinin sank unter SZF um −5,15 µmol/l, stieg aber unter IRB um 3,39 µmol/l an. Das Ansprechen auf die Therapie gemäß den Richtlinien der Traditionellen Chinesischen Medizin war unter SZF höher. Sicherheit und Stoffwechselparameter waren vergleichbar. Die Bayes’sche Analyse sprach für SZF hinsichtlich des renalen Nutzens. Mechanistisch betrachtet reduzierte SZF die Expression von CX3CL1 in Endothelzellen und von MCP-1 in Mesangial- und Tubuluszellen, was auf entzündungshemmende Effekte hindeutet, die die Endothelfunktion wiederherstellen und die Fibrose abschwächen. Unterdrückung von Entzündungen Das Fazit der Forschenden: SZF ist hinsichtlich der Reduktion der Proteinurie mit IRB vergleichbar, erwies sich jedoch als überlegen in der Erhaltung der Nierenfunktion und der Verbesserung der Symptome. Die Vorteile von SZF könnten in der Unterdrückung der CX3CL1/MCP-1-vermittelten Entzündung liegen. (ri/BIERMANN)
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