Diabetische Retinopathie: Neue Behandlungsmöglichkeit entdeckt20. Juni 2024 Foto: © Richman-Photo/stock.adobe.com Forscher der University of Oklahoma, USA, beschreiben in einer Studie, wie eine Immuntherapie gegen Ceramide die Ursache der diabetischen Retinopathie bekämpfen und das Fortschreiten der Erblindung in einem früheren Stadium aufhalten kann als bisherige Behandlungen. „Mit der Zunahme von Diabetes steigt auch die Zahl der Komplikationen. Ein Drittel der über 40-Jährigen mit Diabetes hat eine Retinopathie“, kommentiert Julia Busik, Professorin für Biochemie und Physiologie. „Wenn sie unbehandelt bleibt, kann die diabetische Retinopathie zur Erblindung führen. Der Verlust des Sehvermögens ist eine der am meisten gefürchteten Komplikationen für Patienten mit Diabetes“, fährt sie fort. Laut Busik sind die bisherigen Behandlungen zwar wirksam, um eine Erblindung zu verhindern, können aber erst in einem sehr späten Stadium der Krankheit eingesetzt werden. Außerdem sprechen nicht alle Patienten auf diese Behandlungen an. Die Forscher arbeiten an einer neuen Behandlung, die die Ursache der diabetischen Retinopathie angehen könnte. In Fortsetzung ihrer Forschungen, die sie an der Michigan State University begonnen hat, hat Busik die Lipide genauer unter die Lupe genommen, insbesondere die Lipidwege in der Netzhaut des Auges, und wie diese durch Diabetes beeinträchtigt werden. Die Forscher fanden heraus, dass Ceramid in den Augen von Patienten mit diabetischer Retinopathie vorhanden war. Sie entdeckten, dass diese Ceramide nach Stimulation durch entzündliche Zytokine zu großen Domänen zusammenkleben, die schädliche Entzündungssignale an die Zellen im Auge senden. Dies führt zum Zelltod und zum Fortschreiten der diabetischen Retinopathie. Antikörper entwickelt Busiks Team konnte dann einen Antikörper gegen diese Lipide entwickeln, der die Ceramid-Ansammlung und die damit verbundene Schädigung gesunder Zellen in der Netzhaut verhindert. Der vielleicht wichtigste Fortschritt gegenüber der derzeitigen Behandlung bestehe darin, dass sie an der Ursache der Krankheit ansetzt und nicht nur die späten Symptome bekämpft und das Fortschreiten der Krankheit im sehkraftbedrohenden Stadium aufhält, erklärt Busik. Außerdem könne sie systemisch verabreicht werden, so dass sie nicht ins Auge gespritzt werden muss. Die Ergebnisse der Studie wurde in der Fachzeitschrift „Cell Metabolism“ veröffentlicht.
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