Diätberatung verbessert Symptome des Reizdarmsyndroms12. März 2020 © nenetus – stock.adobe.com Für RDS-Patienten wird eine Diät mit niedrig fermentierbaren Oligosacchariden, Disacchariden, Monosacchariden und Polyol (FODMAP) empfohlen. In einer aktuellen thailändischen Studie wurde nun die Wirksamkeit von 2 Arten von Ernährungsberatung miteinander verglichen: (1) eine Kurzberatung zu einer allgemein empfohlenen Diät (BRD) sowie (2) eine strukturelle und individuelle Low-FODMAP-Diätberatung (SILFD). Patienten mit mittelschwerem bis schwerem RDS wurden randomisiert der BRD- oder SILFD-Gruppe zugeordnet. Gastrointestinale Symptome, 7-Tage-Ernährungstage-bücher und postprandiale Atemproben wurden ausgewertet. Die SILFD umfasste einerseits die Identifizierung von Nahrungsmitteln mit hohem FODMAP-Wert aus dem Ernährungstagebuch und andererseits den Austausch von Nahrungsmitteln mit hohem FODMAP-Wert gegen solche mit einem niedrigen FODMAP-Wert. Die BRD beinhaltete die Reduzierung von traditionell anerkannten Lebensmitteln, die Blähungen/Bauchschmerzen verursachen, und die Vermeidung großer Mahlzeiten. Als Responder wurden die Patienten definiert, bei denen nach 4 Wochen eine ≥30%ige Abnahme der durchschnittlichen täglichen schlimmsten Bauchschmerzen und Beschwerden verzeichnet wurde. An der Studie nahmen 62 Patienten (47 Frauen; Alter 51 ±14 Jahre) teil, davon waren 32 Probanden in der BRD-Gruppe und 30 Teilnehmer in der SILFD-Gruppe. Insgesamt 18 (60%) Patienten in der SILFD-Gruppe und 9 (28%) Patienten in der BRD-Gruppe erfüllten die Responder-Kriterien (p=0,001). Bei ihnen verbesserte sich der allgemeine RDS-Symptomschweregrad signifikant und die Anzahl der konsumierten Nahrungsmittel mit einem hohen FODMAP-Wert war nach SILFD im Vergleich zur BRD signifikant reduziert. Die postprandiale Wasserstoff-Atemgasproduktion nach SILFD war signifikant niedriger als nach BRD (p<0,001). Fazit Aus dieser Datenlage zogen die Autoren das Fazit, dass SILFD wirksamer war als BRD. Diese dezidierte Beratungsmethode reduzierte signifikant die FODMAP-Aufnahme, verbesserte die Symptome des RDS und senkte auch die Wasserstoff-Produktion im Darm. (je) Autoren: Patcharatrakul T et al. Korrespondenz: Sutep Gonlachanvit; [email protected] Studie: Effect of Structural Individual Low-FODMAP Dietary Advice vs. Brief Advice on a Commonly Recommended Diet on IBS Symptoms and Intestinal Gas Production Quelle: Nutrients 2019;11(12):2856–2868. Web: https://doi.org/10.3390/nu11122856