Die Hälfte der Schwerverletzten verunglückt im Straßenverkehr14. Juni 2024 Kzenon – stock.adobe.com Nahezu die Hälfte aller im Krankenhaus behandelten schwerverletzten Unfallopfer ist auf Verkehrsunfälle zurückzuführen. Darauf macht die Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU) anlässlich des Aktionstages „Tag der Verkehrssicherheit“ am 15. Juni 2024 aufmerksam. „Neben der Versorgung von Schwerverletzten liegt uns die Unfallverhütung am Herzen. Wir raten zum Tragen eines Fahrradhelms, wir fördern kluge Entscheidungen von jungen Fahranfängern und rufen zu gegenseitiger Rücksichtnahme im Straßenverkehr auf“, sagt DGOU-Präsident Prof. Andreas Seekamp, Direktor der gemeinsamen Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein am Campus Kiel. Als „schwerverletzt“ wird ein Patient im TraumaRegister DGU® (TR-DGU) erfasst, wenn er aufgrund seiner schweren Verletzungen im Schockraum des Krankenhauses aufgenommen und anschließend auf der Intensiv- oder Überwachungsstation weiterbehandelt werden muss. Das TraumaRegister zählt hierbei pro Jahr insgesamt durchschnittlich 30.000 Schwerverletzte, dazu zählen beispielsweise auch Schwerverletzte durch Stürze. Neben den in Lebensgefahr schwebenden Patienten gibt es weitaus mehr Krankenhausbehandlungen nach Verkehrsunfällen. In Deutschland werden Schwerverletzte in der Regel in einem der über 600 TraumaZentren der Initiative TraumaNetzwerk DGU® behandelt. Diese Kliniken sind speziell ausgestattet und bieten den Unfallopfern die besten Überlebenschancen. „Ein Unfall kann das Leben plötzlich auf den Kopf stellen. Wenn es passiert, muss man sich auf bestmögliche Hilfe verlassen können“, sagt Seekamp. Zur Arbeit von Orthopäden und Unfallchirurgen gehört auch die Prävention von Verletzungen. Entsprechend der Verkehrsunfallschwerpunkte gibt es unter anderem folgende Punkte in ihrer Verkehrsunfallprävention: Helm auf beim FahrradfahrenRund 25 Prozent der Schwerverletzten im Straßenverkehr sind laut TR-DGU Fahrradfahrende. Bei Schwerverletzten ist vor allem der Kopf betroffen. „Daher raten wir Zweiradfahrenden, egal ob mit E-Bike, E-Roller oder klassischem Fahrrad: Der Helm muss auf den Kopf“, sagt PD Dr. Christopher Spering, DGOU-Sektionsleiter Prävention und Vorsitzender des Vorstandsausschusses Verkehrsmedizin des Deutschen Verkehrssicherheitsrats. Kluge Entscheidungen von jungen Verkehrsteilnehmenden fördernBei Jugendlichen und jungen Erwachsenen ist ein Motorrad- oder Autounfall die häufigste Unfallursache unter den Schwerverletzten bei den Verkehrsunfällen. Mit dem Unfallpräventionsprogramm P.A.R.T.Y. richten sich Orthopäden und Unfallchirurgen an Jugendliche zwischen 15 und 18 Jahren. Dabei besuchen Schüler in ihrem Klassenverband eine Unfallklinik in ihrer Region und erleben einen Tag lang, wie Schwerverletzte nach einem Verkehrsunfall versorgt werden. Sie durchlaufen einen Parcours vom Rettungsdienst über den Schockraum und der Intensivstation bis hin zur Rehabilitation – wichtige Stationen, die ein Schwerverletzter erlebt. „Ziel des P.A.R.T.Y.-Programms ist es, Jugendliche darin zu bestärken, dass sie im Straßenverkehr keine unnötigen Risiken eingehen und sie dafür zu sensibilisieren clever und bedacht Entscheidungen zu treffen“, sagt Spering. Die schwächsten Verkehrsteilnehmenden im Blick behaltenKinder werden meist als Zufußgehende im Straßenverkehr verletzt. „Uns fällt auf, dass der Verkehrsraum immer enger und unübersichtlicher wird. Insbesondere Kleinkindern fehlt aufgrund ihrer Körpergröße einmal mehr der Überblick. Zudem sind sie im Verkehrsraum sehr unerfahren. Daher appellieren wir unermüdlich zu gegenseitiger Rücksichtnahme im Straßenverkehr“, sagt Spering.
Mehr erfahren zu: "Chirurgen zwischen verschiedenen Kulturen und Ausbildungssystemen" Chirurgen zwischen verschiedenen Kulturen und Ausbildungssystemen In der DKOU-Session „Diversity matters” beschrieb ein junger Arzt aus Indien die Herausforderungen, die er als Assistenzarzt in Orthopädie und Unfallchirurgie ebenso wie viele andere Ärztinnen und Ärzte mit Migrationshintergrund […]
Mehr erfahren zu: "BVOU widerspricht Studie zur Akutversorgung in Hausarztpraxen" BVOU widerspricht Studie zur Akutversorgung in Hausarztpraxen Aufgrund einer einzigen deutschen Studie1 werde immer wieder wird behauptet, 80 bis 90 Prozent aller akuten Behandlungsfälle ließen sich fallabschließend in der Hausarztpraxis versorgen. Eine genaue Betrachtung zeigt laut BVOU: […]
Mehr erfahren zu: "Analgetische Wirkung von Ketamin: Braucht es die Dissoziation?" Analgetische Wirkung von Ketamin: Braucht es die Dissoziation? Ketamin wird als Analgetikum und Anästhetikum eingesetzt. Neben der schmerzstillenden Wirkung hat es auch einen dissoziativen Effekt. Dieser scheint jedoch nicht Voraussetzung für die Analgesie zu sein, wie eine experimentelle […]