Die Rolle der Psyche mehr berücksichtigen22. Mai 2019 Prof. Hans-Christoph Friederich ist neuer Ärztlicher Direktor der Universitätsklinik für Allgemeine Innere Medizin und Psychosomatik Heidelberg (Foto: Universitätsklinikum Heidelberg) Prof. Hans-Christoph Friederich ist neuer Ärztlicher Direktor der Universitätsklinik für Allgemeine Innere Medizin und Psychosomatik Heidelberg. Kooperationen mit anderen Fachdisziplinen sollen Wechselwirkungen zwischen Psyche und chronischen körperlichen Beschwerden beleuchten. Der neue Ärztliche Direktor der Universitätsklinik für Allgemeine Innere Medizin und Psychosomatik Heidelberg stammt zwar aus der Gegend um Mainz, ist aber in seiner ärztlichen Laufbahn ganz und gar ein „Heidelberger Gewächs”: Prof. Hans-Christoph Friederich ist der Klinik bereits seit 1999 verbunden und ist nun – nach vierjähriger Tätigkeit am Universitätsklinikum Duisburg-Essen und am Universitätsklinikum Düsseldorf – Nachfolger seines langjährigen Mentors Prof. Wolfgang Herzog. Das umfangreiche Behandlungsspektrum der Klinik bleibt nach dem Wechsel erhalten und reicht von verschiedenen psychischen, häufig stressbedingten Erkrankungen, die sich in körperlichen Symptomen wie Reizmagen zeigen, bis hin zu körperlichen Erkrankungen – hier insbesondere Krebs und Herzleiden –, die Ängste oder Depressionen hervorrufen. Ein Schwerpunkt ist weiterhin die Therapie bei Essstörungen. Darüber hinaus plant Friederich sogenannte integrierte, gestufte Versorgungsangebote weiter auszubauen: Gemeint sind für Betroffene leichter in den Alltag integrierbare Konzepte wie die in Heidelberg inzwischen gut etablierte Abendklinik für Berufstätige oder niederschwellige Angebote wie die im Rahmen eines Pilotprojektes angebotenen Videokonsultationen in Hausarztpraxen. Die Grundlagenforschung soll gestärkt werden. Insbesondere soll es darum gehen, die Wechselwirkungen zwischen Körper und Geist in Kooperationen mit anderen Fachdisziplinen genauer auszuleuchten und zu verstehen. Die Universitätsklinik für Allgemeine Innere Medizin und Psychosomatik Heidelberg ist als einzige Psychosomatische Abteilung in Deutschland gleichzeitig in eine Internistische Medizinische Klinik und in ein Zentrum für Psychosoziale Medizin integriert. In einem “Drei-Stufen-Modell der Psychosomatik” wird – je nach Beschwerdebild des Patienten – auf der allgemein-internistischen Station, auf der internistisch-psychosomatischen Station oder auf den beiden spezialisierten Psychosomatik- und Psychotherapiestationen behandelt. „Rund ein Drittel der Patienten mit chronischen körperlichen Erkrankungen leiden gleichzeitig unter psychischen Beschwerden. Umgekehrt ist die Hälfte der psychisch Erkrankten auch von chronischen körperlichen Erkrankungen betroffen”, erläutert Friederich, Facharzt für Innere Medizin sowie für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie. „Trotz dieser großen Schnittmenge werden die psychosoziale Faktoren von Krankheit in den gängigen Therapiekonzepten noch zu wenig berücksichtigt.” Zur Person Friederich war er ab 1999, unterbrochen von einem einjährigen Forschungsaufenthalt an der King’s College University, London, in der Universitätsklinik für Allgemeine Innere Medizin und Psychosomatik Heidelberg tätig – ab 2009 als Leitender Oberarzt und Stellvertreter des Ärztlichen Direktors. Ab 2012 leitete er zudem die Sektion Psychoonkologie an Klinik und Nationalem Centrum für Tumorerkrankungen (NCT). 2016 nahm er einen Ruf an die Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf an und war bis 2018 Ärztlicher Leiter der Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie am Universitätsklinikum und dem LVR-Klinikum Düsseldorf.
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