Die Vogelgrippe meldet sich „zurück“23. Februar 2026 Nandu (Symbolbild) Foto: © Yü Lan – stock.adobe.com Unter der Woche sind im weltweit größten Vogelpark in Walsrode Dutzende Tiere an der Vogelgrippe gestorben. Auch im Zoo Osnabrück gibt es einen Verdacht auf Vogelgrippe. Und in Bayern verendeten aufgrund des Virus zahlreiche Schwäne an einem Badesee. Pinguine, Pelikane, Papageien – rund 600 Vogelarten leben im Weltvogelpark in Walsrode. Ausgerechnet dort wurden unter der Woche Tiere festgestellt, die mit der Vogelgrippe infiziert waren. Der Park in Walsrode im Heidekreis ist nach eigenen Angaben der größte der Welt und zählt zu den zehn artenreichsten Zoos der Erde. Welche Folgen hat der Seuchenausbruch dort nun? Die Vogelgrippe wurde nach Angaben des Landkreises bei fünf plötzlich verendeten Enten und Gänsen nachgewiesen. Die Vögel lebten in einer separaten Meeresvögel-Voliere des Parks – mit insgesamt mehr als 50 Tieren, wie eine Sprecherin des Weltvogelparks sagte. Neben den fünf toten Enten und Gänsen gab es demnach weitere verendete Vögel, die untersucht werden. Welche Folgen hat der Ausbruch der Vogelgrippe? Alle Vögel aus der Voliere wurden untersucht. Alle Tiere des betroffenen Geheges wurden demnach positiv getestet, wie der Landkreis mitteilte. Sie sollen getötet werden. Zunächst gab es die Hoffnung nichtinfizierte Vögel retten zu können, indem man sie unter Quarantäne stellt. Das Gehege muss unterdessen geräumt, gesäubert und desinfiziert werden. Die Reinigung ist laut einer Sprecherin des Vogelparks sehr aufwendig. Demnach müssen rund zehn Zentimeter vom Boden abgetragen werden, das Gehege muss 21 Tage lang leer stehen. Wie haben sich die Vögel mit dem Virus infiziert? Nach bisherigen Erkenntnissen wurde die Erkrankung wahrscheinlich durch Wildvögel weitergegeben, wie der Landkreis mitteilte. Möglich ist, dass ein infizierter Wildvogel über das Gehege flog und Kot fallen ließ, wie die Parksprecherin erklärte. Darüber könnten sich dann Vögel aus dem Gehege infiziert haben. Was bedeutet der Ausbruch für die restlichen Vögel im Park? Wegen eines früheren Vogelgrippe-Falls im Umkreis des Parks waren die meisten der Tiere vorsorglich in Ställen oder in speziell geschützten Außenlagen ohne Kontakt mit Wildvögeln, wie die Sprecherin berichtete. Der Park sei deshalb zuversichtlich, dass sich das Virus nicht weiter ausbreitet und die anderen Tiere sicher sind. Auch die Tests zeigten nun: Tiere in umliegenden Gehegen zu dem betroffenen Gehege sind nicht infiziert, wie der Landkreis mitteilte. Seit Montag seien zudem bisher keine weiteren Fälle festgestellt worden. Die Sorge vor dem Verlust weiterer Lebewesen gebe es aber natürlich schon. „Wichtig ist, dass wir die empfohlenen Maßnahmen konsequent umsetzen, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern“, sagte eine Vogelpark-Sprecherin. Die Zusammenarbeit mit dem zuständigen Veterinäramt sei vertrauensvoll. Um Infektionen schnell zu erkennen, werden von vielen Tieren Kot-Proben genommen. Tierpfleger müssen auf strenge Hygiene-Regeln achten. Der wirtschaftliche Schaden für den Tierpark ist noch unklar. Welche Auswirkungen gibt es für Besucherinnen und Besucher? Der Park bleibt an diesem und dem folgenden Wochenende geschlossen – er ist im Winter nur an Wochenenden geöffnet. „Aktuell hoffen wir, regulär in die Hauptsaison am 14.03. starten zu können“, teilte die Sprecherin mit. Verdacht auf Vogelgrippe im Zoo Osnabrück Im Zoo Osnabrück stirbt ein Nandu. Bei einer ersten Untersuchung wird das Vogelgrippevirus diagnostiziert. Wie geht es nun weiter? Im Zoo Osnabrück besteht bei einem toten Nandu der Verdacht auf Vogelgrippe. Der Zoo bleibt für Besucher geöffnet, einzelne Wege vor Volieren sind vorsorglich gesperrt worden, wie eine Sprecherin mitteilte. Bei einer pathologischen Untersuchung des im Zoo gestorbenen Nandus, einem Laufvogel, wurde das Virus diagnostiziert. Ob es sich tatsächlich um die Vogelgrippe handelt, wird laut Sprecherin Anfang der Woche nach einer Untersuchung durch das Friedrich-Loeffler-Institut feststehen. Weitere Tierarten waren nach aktuellem Stand nicht betroffen. Übrige Nandus wurden eingeschläfert Die übrigen Nandus, die zusammen mit dem infizierten Vogel im Südamerika-Areal des Zoos gehalten wurden, sind am Freitag eingeschläfert worden. Gleichzeitig wurde das Gehege gereinigt und desinfiziert. Derzeit geht der Zoo laut Sprecherin davon aus, dass keine weiteren Maßnahmen für die übrigen Vögel erforderlich sind. Bayern Mehrere Wasservögel sterben an einem Gewässer in Oberfranken. Bei einem der Tiere wird die Vogelgrippe nachgewiesen. Was das Landratsamt den Anwohnern und Tierhaltern empfiehlt. Mehr als 40 tote Schwäne sind aus einem Badesee im Landkreis Lichtenfels geborgen worden. Wie das Landratsamt mitteilte, war es an dem Gewässer in Michelau in Oberfranken in den vergangenen beiden Wochen zu einem vermehrten Sterben gekommen. Demnach wurde am 10. Februar bei einem dort gefundenen Höckerschwan die Vogelgrippe durch das Friedrich-Loeffler-Institut nachgewiesen. Woran die anderen Vögel gestorben sind, wird laut dem Landratsamt noch untersucht. Spaziergänger werden gebeten, das Ufer nicht zu betreten. Zudem sollten Hunde an der Leine bleiben. Um eine Ausbreitung der Vogelgrippe zu vermeiden, sollten Tierhalter erhöhte Vorsichtsmaßnahmen treffen. Die Vogelgrippe breitet sich den Angaben des Landratsamts zufolge derzeit verstärkt unter Wild- und Wasservögeln wie dem Schwan aus. Das erkläre sich durch eine Kombination an Faktoren: Die Tiere seien von der Kälte geschwächt und damit anfälliger für Infektionen. Die zugefrorenen Seen erschwerten die Suche nach Nahrung, zudem schlössen sich die Tiere zu Gruppen zusammen. Kadaver aus See geborgen Diese Faktoren seien vermutlich der Auslöser für das Tiersterben am Rudersee in Michelau, erklärte das Landratsamt. Erst das Tauwetter habe es den Einsatzkräften ermöglicht, die Kadaver zu bergen. Damit das Virus nicht verschleppt werde, sei eine Dekontaminationsstelle eingerichtet worden. Dort hätten sich die Kräfte nach dem Einsatz desinfiziert und ihre Kleidung gewechselt. Wie gefährlich ist das Virus für den Menschen? Die Vogelgrippe ist eine bei vielen Vogel- und Geflügelarten häufig tödlich verlaufende Infektionskrankheit. Bei hoher Infektionsdosis ist das Virus prinzipiell auch auf den Menschen übertragbar – und könnte schwer verlaufen. In Deutschland ist dem Robert Koch-Institut zufolge aber noch kein Fall bei einem Menschen bekanntgeworden. Baden-Württemberg Darum bangen Vogelexperten um heimkehrende Weißstörche. Seit den ersten Februarwochen sind die ersten Tiere zurück auf ihren Horsten. Das ist in diesem Jahr keine Selbstverständlichkeit, wie Fachleute berichten. Worauf es nun ankommt.In diesem Jahr freuen sich Vogelbeobachter besonders über jeden Weißstorch, der aus wärmeren Gefilden nach Baden-Württemberg zurückkehrt. „Im Herbst grassierte unter Zugvögeln die Vogelgrippe in Spanien und Frankreich, wo viele Störche die Wintermonate verbringen“, erklärte Stefan Bosch, Fachbeauftragter für Vogelschutz beim Naturschutzbund (Nabu) Baden-Württemberg. Erst im Laufe der Zeit zeige sich, wie viele Tiere zurück sind.Seit wenigen Wochen seien erste Weißstörche zurück auf ihren Horsten, teilte der Nabu-Landesverband in Stuttgart mit. Hier trotzen sie Frost, Schnee und Glatteis. Manche fliegen aber auch den Winter über gar nicht in die Ferne.Nach früheren Angaben haben im vergangenen Jahr rund 2.600 Weißstorch-Paare im Land etwa 4.100 Jungvögel großgezogen, im Schnitt 1,6 pro Horst. Mindestens 1,3 gelten demnach als nötig, um den Bestand stabil zu halten. Erfolgsfaktoren für die Brutzeit Damit die Brutsaison gut verläuft, müssen die Eltern nach Auskunft des Nabu-Fachbeauftragten für Weißstörche, Stefan Eisenbarth, genügend Futter für sich und ihre Jungen finden. Dazu zählen Mäuse, Schnecken, Würmer und Fische.„Und das Wetter muss mitspielen, damit die Aufzucht der Jungvögel optimal verläuft“, sagte Eisenbarth laut Mitteilung. Dauerregen etwa sei problematisch, weil die Jungstörche an Unterkühlung sterben könnten. So waren 2024 in manchen Regionen des Landes bis zu 90Prozent der Jungtiere gestorben. Konflikte um Brutplätze Zudem brauchen die schwarz-weiß gefiederten Vögel Brutmöglichkeiten. Doch immer wieder werden Eisenbarth zufolge illegal oder auch legal – mit Genehmigung der Behörden – Horste entfernt, weil Kot und Geräuschkulisse störten. „Mit der Horstentfernung ist das Problemjedoch nicht gelöst“, erläuterte der Fachmann. „Der Storch baut entweder erneut am gleichen Platz oder sucht sich einen neuen, der vielleicht noch ungeschickter erscheint.“Bei Konflikten oder Fragen etwa wegen herunterfallendem Nistmaterial, ungünstiger Brutplätze oder Statik-Problemen durch mit den Jahren immer schwerer gewordenen Nestern bietet der Nabu Hilfe an. Auch gibt es lokal zuständige Storchenbetreuer und Storchenbetreuerinnen.Störche bleiben den Angaben nach ihrem Horst treu. Aktuell seien sie damit beschäftigt, ihre Nester auszubessern. Bei den Rückkehrern gibt es laut Bosch eine klare Tendenz: „Meist haben die Storchenmännchen die Schnabelspitze vorn und kommen vor den Weibchen an, um sich einen Nistplatz zu sichern.“ Der Nabu über den Weißstorch Der Weißstorch – NABU Baden-Württemberg
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