„Die Vorteile von KI müssen verstanden werden, dann stimmt auch das Vertrauen in diese Zukunftstechnologie“30. November 2023 Foto: MQ-Illustrations/stock.adobe.com Künstliche Intelligenz (KI) finden viele spannend, gewöhnungsbedürftig mindestens ebenso viele – und auch Verunsicherung macht sich breit. Das Potenzial von KI wird auch Thema auf dem kommenden Kongress der Deutschen Gesellschaft für Schlafmedizin (DGSM) sein. „Gerade Berufsgruppen wie Ärzte sind verunsichert, wenn es um Unterstützung durch KI geht, denn es geht dabei um die Verantwortung für die Gesundheit von Menschen. Das ist etwas anderes, als wenn ein Algorithmus in einer Waschmaschine steckt – und auch in einem Auto“, sagt Prof. Hagen Malberg, Leiter des Instituts für Biomedizinische Technik der TU Dresden. Er verantwortet mit seinem Team unter anderem die Entwicklung von KI-unterstützenden Anwendungen im Medizinbereich und spricht sich dafür aus, die Vor- aber auch die Nachteile von KI klar zu adressieren. Grundsätzlich hält Malberg bereits die Bezeichnung für irreführend: „Intelligenz ist für mich unterschiedlich stark ausgeprägt und mit Assoziationen und auch Emotionen verbunden. Also eher etwas Menschliches. Ich finde es daher treffender das, was wir gemeinhin als Künstliche Intelligenz bezeichnen, eher Maschinelles Lernen zu nennen.“ Das Potential darin sieht er als Ingenieur ohne Zweifel. Speziell im Bereich der Schlafmedizin kann KI auf hohem Niveau bei der Klassifizierung der Daten aus Schlafstadien im klinischen Schlaflabor unterstützen. „Mehrere Studien sind zum Ergebnis gekommen, dass der Algorithmus dies auf menschlichem Niveau tun kann. Das muss trotzdem kontrolliert werden, um nachzuvollziehen, dass die erhobenen Daten plausibel sind. Aber die grundlegende Routinetätigkeit könnte wegfallen und sogar durch KI wesentlich verbessert werden“, erklärt Malberg. Der zweite Ansatz ist die Schlafdatenerhebung im häuslichen Umfeld, etwa über Apps oder mobile Geräte. Gerade für diese unsichere Datenerhebung gibt es sehr gute Ergebnisse über KI. Grundsätzlich betont Malberg: „Ich verstehe die Unsicherheit gegenüber der Anwendung von KI unter den Ärzten vollkommen. Hier gilt es darüber aufzuklären, dass die KI bei routine- und somit auch fehlerbehafteten Aufgaben, wie der Erhebung von Daten, sehr gut unterstützen, jedoch keine Analyse der Daten vornehmen kann und soll. Es ist nicht das Ziel, die Entscheidung ärztlicher Kollegen durch KI überprüfen zu lassen.“ Es sei auch perspektivisch wichtig, so Malberg, KI weiter kritisch zu hinterfragen und zu entscheiden, ob man „das Rädchen oder der Herr des Geschehens“ sein wolle. Die direkte ärztliche Diagnostik sollte durch KI und Telemedizin sinnvoll unterstützt, aber nicht ersetzt werden. „Diesen generellen Trend der Substitution – im Falle der Schlafmedizin würde das die Schlaflabore treffen – finde ich gefährlich und falsch“, so Malberg. Der nächste Punkt, den es zu knacken gilt, ist die Nachvollziehbarkeit der Entscheidungen von KI. Dazu hat Hagen Malberg mit seinem Team in Dresden bereits erfolgreich an kardiologischen Daten geforscht. Nun sind die Schlafdaten dran.
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