Dieckmann mit Maximilian-Nitze-Preis ausgezeichnet

Klaus-Peter Dieckmann. Foto: DGU/Dieckmann

Prof. Klaus-Peter Dieckmann, Hamburg, wurde beim 71. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Urologie (DGU) am 20.09.2019 in Hamburg “für herausragende wissenschaftliche Leistungen in der experimentellen oder klinischen Urologie” mit dem Maximilian-Nitze-Preis geehrt.

Mit ihrer höchsten wissenschaftlichen Auszeichnung honoriert die DGU die Arbeit von Dieckmanns Forschungsteam am Hodentumorzentrum Hamburg in der Asklepios Klinik Altona und Wissenschaftlern der Universität Bremen zur Entdeckung eines Tumormarkers für Hodenkrebs.

Nach langjähriger Forschungsarbeit hat das Team einen wichtigen Tumormarker für Hodenkrebs im Blut entdeckt und dessen hohe Aussagekraft für eine frühzeitige und sichere Diagnostik, Therapie und Nachsorge in Studien belegt. Mit der Entdeckung dieser Markerstoffe gelingt nun mittels eines einfachen Bluttests die Früherkennung von Hodentumoren, der häufigsten bösartigen Tumorerkrankung bei jungen Männern.

Die Entdeckung des Tumormarkers und die Entwicklung eines Bluttests zum Nachweis durch das Forscherteam erleichtern nicht nur die sichere Früherkennung von Hodentumoren und damit die Heilungschancen, sondern ebenfalls die Beurteilung des Therapieerfolges und die oft langjährige Nachsorge. 

Bereits 2012 konnte das Forschungsteam in der Vorstudie über den neuen Tumormarker bei Hodentumoren berichten. Das Ergebnis mehrjähiger Folgestudien ist nun ein Verfahren zur sicheren Bestimmung der Tumormarker. Der Signalstoff M371 wird von den Hodenkrebszellen gebildet und in die Blutbahn ausgeschüttet. Die Urologen um Dieckmann konnten zeigen, dass bereits sehr kleine Tumore von weniger als 1 cm Durchmesser den Signalstoff abgeben.

„Dies ist ein großer Fortschritt“, so Dieckmann, „denn der M371-Test ist bei mehr als 90 Prozent aller Hodentumoren anwendbar. Die bisherigen Markerstoffe sind nur bei etwa 50 Prozent aller Patienten ausgeprägt. Der neue Test hilft bei der Früherkennung, bei der Ausbreitungsdiagnostik, bei der Feststellung des Therapieerfolges und vor allem bei der Früherkennung von Rückfällen. Wir denken auch, dass bei der Nachsorge viele der schädlichen, belastenden und teuren Röntgenuntersuchungen mit dem Test nicht mehr nötig sind.“

In der Urologie der Asklepios Klinik Altona behandeln Dieckmann und das Team des Hodentumorzentrums jährlich etwa 80 bis 100 Patienten mit allen Stadien des Hodenkrebses, wobei alle Chemotherapien und alle operativen Eingriffe hier durchgeführt werden. Nach dem Erfolg, über den auch das renommierte amerikanische “Journal of Clinical Oncology“ ausführlich berichtet hat, arbeitet das Forschungsteam nun daran, für die praktische Anwendung einen sogenannten „Labor-Kit“ zu erstellen, der dann bei Hodenkrebs-Patienten im klinischen Alltag anwendbar ist. Dies soll bereits Anfang des nächsten Jahres so weit sein.

(Asklepios Klinik Altona / ms)