Digitale Gesundheitsanwendungen (DiGA) in der Orthopädie und Unfallchirurgie23. Januar 2026 Bild: MQ-Illustrations – stock.adobe.com Erst seit Kurzem ist die erste DiGA für Meniskus und Kreuzband erhältlich. Doch welche DiGA gibt es in der Orthopädie eigentlich, was kann der Patient damit machen und welche DiGA revolutionieren den Markt von morgen? Fragen, die Dr. Christian Sobau in seinem Referat auf dem BVASK-Jahreskongress aufgreifen wird. Bislang gibt es DiGA für das Knie (Patella, Kreuzband, Meniskus), für die Wirbelsäule, die Schulter und das Sprunggelenk. Diese bekommen Patienten bei Bedarf per Rezept verordnet. Sie können sich dann eine spezielle App herunterladen, die häufig über drei Monate aktiviert bleibt. In der Regel kann der Patient damit trainieren, erhält fundierte Anleitungen und hat über die App eine Trainingserfolgskontrolle, berichtet der Berufsverband für Arthroskopie (BVASK). Vor kurzem wurde die erste DiGA für Meniskus und Kreuzband vorübergehend auf Grundlage einer Vorstudie mit 80 Patienten zugelassen, so der Verband weiter. Der Startup-Gründer und „Erfinder“ dieser Anwendung hatte sich nämlich selbst das Kreuzband gerissen. In einer Folgestudie untersuchten Sobau und sein Team über 400 Patienten mit Kreuzbandriss und Meniskus-Schaden. „Zwischen operativer Therapie und konservativer Therapie je mit anschließender Verordnung der DiGA gab es einen deutlichen, aber keinen signifikanten Unterschied“, so Sobau, leitdender Arzt an den Arcus Kliniken und Leiter des MVZ Pforzheim. Eine gleiche Studie folgt jetzt mit der Schulter. DiGA der Zukunft Auf den Daten der Studie basierend werden nun die DiGA der Zukunft entwickelt. Sie bestehen dann aus vier Bausteinen: einem wissenschaftlichen Background in patientenverständlicher Sprache der Erstellung eines Trainingsplans zum Belasten und Beugen des Knies einer Trainingsanleitung per Open Source Modell. Dabei werden zehn tägliche Übungen mit dem Physiotherapeuten besprochen, selbst ein Video gemacht und in die App gestellt, um anschließend die Bewegungen jedes Mal richtig auszuführen einer Vergleichsdatenbank, die dem Patienten zeigt, wie weit er nach welcher Zeit bereits sein müsste, z.B. nach der dritten Woche eine Beugung des Knies von 93 Grad oder mehr. Nach dem gleichen Muster werden DiGA für Gonarthrose, Schultergelenk und OSG von den Entwicklern aus Hamburg mit wissenschaftlichen Studien begleitet durch das BfArM. Auch die Anwendung konnten Ärzte und Wissenschaftler in den Studien auswerten: bei der DiGA für das Kreuzband beispielsweise hatten 80 Prozent die App heruntergeladen, 70 Prozent mindestens einmal damit trainiert, jedoch nur 20 Prozent regelmäßig damit trainiert und bei gutem Erfolg eine Verlängerung der App-Laufzeit beantragt. Sobau ist überzeugt: „DiGA werden in der Zukunft zunehmen – auch für Physiotherapien. In der Orthopädie und Unfallchirurgie haben wir schließlich die motiviertesten Patienten. Sie wollen nicht nur schmerzfrei im Alltag werden, sondern auch zu Sport und Bewegung zurückkehren.“
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