Digitalisierung der Praxen? Ja, aber sicher11. Dezember 2019 Die KBV fordert beim Ausbau der Digitalisierung, dass sich die Praxen darauf verlassen können, sicher angeschlossen zu sein. Bild: © everythingpossible – stock.adobe.com Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) hat sich auf ihrer Vertreterversammlung eindeutig für die Digitalisierung ausgesprochen, fordert dabei jedoch die nötige Datensicherheit und einen klaren Nutzen zur Verbesserung der Versorgung. „Wir brauchen bei der Digitalisierung Tempo, aber auch Augenmaß“, resümierte Vorstandsmitglied Dr. Thomas Kriedel in seinem Bericht an die Vertreterversammlung der KBV in Berlin. Es müsse für Praxen und Patienten spürbar mit der Vernetzung vorangehen; dabei dürften jedoch weder die Sicherheit der Daten noch der entstehende Aufwand aus dem Blickfeld geraten. Ärgernis “Hybrid-Lösungen”Besonders ärgerlich seien für Praxen Hybrid-Lösungen, wie die nach derzeitiger Planung des Gesetzgebers zunächst nur unvollständig digitalisierte Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung, kurz: eAU. Der Arzt müsse diese nicht nur elektronisch versenden, sondern auch zusätzlich wie bisher ausdrucken. In diesem Zusammenhang verwies Kriedel auf die Umfrageergebnisse des PraxisBarometer Digitalisierung und auf die sich daraus für die KBV ergebenden Schlussfolgerungen: „Wir schlagen vor, die Karenzzeit ohne AU-Pflicht auf mindestens drei Tage hochzusetzen.“ An solchen Beispielen zeigte sich laut Kriedel, dass eine konsequente und umsichtige Digitalisierung im Alltag von Ärzten und Ärztinnen, Psychotherapeuten und Psychotherapeutinnen ebenso Chance wie Notwendigkeit ist: „Die Mehrheit der Praxen ist bereit für mehr Digitalisierung, sie sehen aber auch klare Hemmnisse wie Sicherheitslücken, Fehleranfälligkeit der IT-Systeme oder ein ungünstiges Verhältnis von Aufwand und Nutzen“. Gerade beim Nutzen setze die KBV an: „Solange die Patienten, aber auch die Praxen keine verlässliche und nachhaltige Verbesserung des Versorgungsalltags erleben, solange wird sich ihr Enthusiasmus in Grenzen halten“, erklärte Kriedel. TI: Zuständigkeiten und Verantwortlichkeiten„Wir haben auf die Diskussion um die Anschlüsse an die Telematikinfrastruktur (TI) umgehend reagiert und unser umfangreiches Informationsangebot um eine Telefonhotline erweitert“, berichtete Kriedel. Gebraucht werde aber auch eine Klarstellung darüber, wer wofür zuständig und verantwortlich ist. Die KBV werde hierzu im nächsten Jahr mit der gesetzlich vorgesehenen Sicherheitsrichtlinie beitragen. Aus Sicht der KBV reiche die Verantwortung der Ärzte nicht weiter als bis zum Konnektor. Für die Konnektoren selbst ist demnach die gematik verantwortlich und für die korrekte Installation sind es die IT-Dienstleister. „Die Praxen müssen sich darauf verlassen können, dass sie sicher an die Telematikinfrastruktur angeschlossen sind“, sagte Kriedel und fuhr fort: „Zertifizierte Techniker wären hier der richtige Weg.“ Die hierdurch entstehenden Zusatzkosten dürften aber nicht auf die Praxen abgewälzt werden. Quelle: KBV
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