Digitalisierung in Praxen schreitet voran14. November 2019 © studio-v-zwoelfAdobeStock Zum zweiten Mal zeigt die vom IGES Institut im Auftrag der KBV durchgeführte repräsentative Studie, das PraxisBarometer, wie es in deutschen Praxen um die Digitalisierung bestellt ist. Laut KBV haben 91 Prozent der Vertragsarztpraxen mit digitalen medizinischen Geräten diese zumindest teilweise an das Praxisverwaltungssystem angebunden und 67 Prozent der Hausärzte nutzen eine digitale Anwendung zur Erhöhung der Arzneimitteltherapiesicherheit. „Die aktuellen Ergebnisse zeigen, dass die Digitalisierung in den Praxen schon weit vorangeschritten ist. Dies gilt vor allem für die Bereiche Praxisorganisation und -management sowie Dokumentation. Tatsächlich sind das die Bereiche, in denen Ärzte die Digitalisierung am ehesten als Fortschritt wahrnehmen“, sagte Dr. Andreas Gassen, Vorstandsvorsitzender der KBV bei der Präsentation der Ergebnisse. „Dort, wo die Anwendungen weiterhelfen und auch durchdacht sind, macht die Digitalisierung Sinn“, so Gassen weiter. Rund Dreiviertel der Vertragsarztpraxen (76 %) nutzen der Umfrage zufolge mehrheitlich oder vollständig die digitalisierte Patientendokumentation. Im Vorjahresvergleich lag der Wert noch bei 73 Prozent. Als hemmenden Faktor für die weitere Digitalisierung gaben viele der Befragten Sicherheitslücken im EDV-System an (54 % 2018 vers. 60 % 2019). „Die Zahlen zeigen, dass viele Ärzte und Psychotherapeuten unsicher sind“, so KBV-Vorstandsmitglied Dr. Thomas Kriedel. Man nehme die Sorgen der Praxen ernst und setzte sich daher für sinnvolle politische Regelungen ein. “Im Gesetzgebungsverfahren des Digitale-Versorgung-Gesetzes ist vorgesehen, dass die KBV die Möglichkeit zur Erstellung einer Richtlinie zur IT-Sicherheit erhält. Diese soll Praxen dann unterstützen und Sicherheit geben“, ergänzte Kriedel. Der Studie zufolge sorgen sich Ärzte und Psychotherapeuten zudem um den direkten Kontakt zum Patienten. So befürchten 43 Prozent eine Verschlechterung der Arzt-Patienten-Beziehung. Eine Fernbehandlung lehnen die meisten ohne vorherigen persönlichen Erstkontakt ab, im Vergleich zum Vorjahr ist jedoch bei den Psychotherapeuten die Bereitschaft für allgemeine Online- und Videosprechstunden um 10 Punkte auf 25 Prozent gestiegen. Das IGES Institut hat die Erhebung im Auftrag der KBV durchgeführt. Dazu wurden circa 8900 Arztpraxen kontaktiert, etwa 2100 Datensätze konnten ausgewertet werden. Das PraxisBarometer Digitalisierung 2019 stellt eigenen Angaben zufolge die bislang umfassendste repräsentative, wissenschaftlich begleitete Befragung von Ärzten und Psychotherapeuten zum Stand der Digitalisierung dar.
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