DINK 2025: Telenotarzt und Reformbedarf im Rettungsdienst24. März 2025 Der österreichische Gesundheitswissenschaftler Christoph Redelsteiner wurde im Rahmen des DINK 2025 mit dem Deutschen Preis für Notfallmedizin ausgezeichnet. (Foto: ©DGAI e.V.) Die Notfallmedizin in Deutschland steht vor großen Herausforderungen. Der steigende Druck auf den Rettungsdienst und die Notaufnahmen zeigt, dass Reformen dringend nötig sind. Welche das sein können, wurde beim Deutschen Interdisziplinären Notfallmedizin Kongress (DINK) 2025 in Koblenz erörtert. Auf dem von der Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin e.V. (DGAI) veranstalteten Kongress haben sich Expertinnen und Experten letzte Woche mit dem rheinland-pfälzischen Innenminister Michael Ebling über innovative Lösungen und notwendige politische Weichenstellungen ausgetauscht. Ein zentrales Thema des Besuchs war die Einführung des Telenotarztsystems in Rheinland-Pfalz. „Mit dem Telenotarzt heben wir die Notfallversorgung in Rheinland-Pfalz auf ein neues Niveau. Ärztinnen und Ärzte können in Echtzeit Diagnosen stellen, Medikamente freigeben und die Rettungskräfte gezielt anleiten – unabhängig davon, wo sich der Notfall ereignet. Das entlastet nicht nur die Notärztinnen und Notärzte vor Ort, sondern sorgt auch dafür, dass Patientinnen und Patienten schneller und effizienter versorgt werden. Nach dem erfolgreichen Pilotprojekt in Ludwigshafen starten wir ab Sommer mit dem landesweiten Rollout und setzen damit neue Maßstäbe für die digitale Unterstützung im Rettungsdienst“, betonte Innenminister Ebling. Rettungsdienst und Notfallmedizin: Nur gemeinsam stark Prof. Jörg Christian Brokmann, zweiter Sprecher der Sektion Notfallmedizin in der DGAI und Leiter der Zentralen Notaufnahme an der Uniklinik der RWTH Aachen, lobte das entschlossene Vorgehen des Bundeslandes: „Der Telenotarzt stellt sicher, dass Patientinnen und Patienten auch in Regionen mit begrenzten Ressourcen schnell notärztliche Hilfe erhalten. Gleichzeitig entlastet er die Rettungsdienste, indem er Notärzte effizienter einsetzt. Rheinland-Pfalz zeigt hier, wie moderne Technologien sinnvoll in die Notfallversorgung integriert werden können.“ Hingegen fehle es auf Bundesebene weiterhin an einer umfassenden Reform der Notfall- und Rettungsmedizin, bedauerte Brokmann: „Rettungsdienst und Notfallmedizin können nur als Team funktionieren – interprofessionell und interdisziplinär, immer mit dem Ziel einer bestmöglichen Patientenversorgung.“ Doch ohne klare politische Rahmenbedingungen bleibe dieses Zusammenspiel hinter seinen Möglichkeiten zurück. „Die neue Bundesregierung muss die Notfallreform jetzt umsetzen, um Notaufnahmen zu entlasten und Patientinnen und Patienten gezielt dorthin zu steuern, wo sie die für sie bestmögliche Versorgung erhalten“, so Brokmann. Österreicher erhält Deutschen Preis für Notfallmedizin Im Rahmen des Kongresses haben Innenminister Ebling und Brokmann auch den renommierten Deutschen Preis für Notfallmedizin an Prof. Christoph Redelsteiner verliehen. Redelsteiner gilt als „Pionier des österreichischen Rettungsdienstes“ und hat mit seiner Forschung und Lehre die präklinische Versorgung entscheidend geprägt – nicht nur in Österreich, sondern auch international. Sein Einsatz für die Integration sozialer Aspekte in das Rettungswesen und seine Expertise in präklinischer Krisenintervention wurden bereits durch das Große Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich gewürdigt. Neben den politischen und strukturellen Herausforderungen standen auf dem DINK 2025 zahlreiche wissenschaftliche Themen im Fokus. Expertinnen und Experten diskutierten unter anderem den Einsatz Künstlicher Intelligenz in der Notfallmedizin, neue Möglichkeiten der Videotelefonie in Leitstellen und die Weiterentwicklung von Standards in der Notrufabfrage. Auch die Katastrophenmedizin, die Rolle von Notfallsanitätern bei der Medikamentengabe und spezielle Versorgungsansätze für palliative Notfälle und Kindernotfälle wurden behandelt. „Der DINK 2025 zeigt, wie wichtig Innovationen und interprofessionelle Zusammenarbeit für die Zukunft der Notfallmedizin sind. Der Austausch zwischen Wissenschaft und Praxis trägt maßgeblich dazu bei, die Notfallversorgung kontinuierlich zu verbessern und auf aktuelle Herausforderungen zu reagieren“, betont Dr. David Häske, Mitglied des Organisationskomitees des DINK und wissenschaftlicher Geschäftsführer des Zentrums für öffentliches Gesundheitswesen und Versorgungsforschung am Universitätsklinikum Tübingen.
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