Disease-Management-Programm Koronare Herzkrankheit: Schulungsquoten bei Älteren gestiegen5. April 2022 Foto: ©Robert Kneschke – stock.adobe.com Eine aktuelle Analyse des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung (Zi) mit Daten der Region Nordrhein zeigt, dass sich die Schulungsquoten im Disease-Management-Programme (DMP) Koronare Herzkrankheit (KHK) im Zeitverlauf deutlich verbessert haben – sowohl hinsichtlich einer Hypertonie- wie auch einer Diabetes-Schulung. Dies gab das Zi in der letzten Woche bekannt. Frauen folgten demnach der Empfehlung für eine Schulung etwas häufiger als Männer. Bemerkenswert ist laut Zi zudem, dass sich im Jahr 2020 gerade auch die älteren Patientinnen und Patienten anteilig mindestens so häufig an Schulungen beteiligten wie jüngere. Auch die absolute Beteiligung der ältesten Patientinnen und Patienten an einer Schulung sei gegenüber dem Jahr 2008 stark angewachsen. Im Jahr 2008 habe die Zahl der 85-Jährigen und Älteren, die eine Schulung wahrgenommen hatten, 488 (Hypertonie) bzw. 180 (Diabetes mellitus) betragen. Im Jahr 2020 waren es im Vergleich 2888 (Hypertonie) bzw. 1607 (Diabetes mellitus). Insgesamt waren im DMP KHK in Nordrhein 186.599 (2008) bzw. 262.014 (2020) Patientinnen eingeschrieben. Quelle: Zi DMPs sind strukturierte Behandlungsprogramme für chronisch Kranke. Menschen mit bestimmten chronischen Krankheiten können sich in ein solches Behandlungsprogramm einschreiben lassen. Damit soll eine über Einrichtungsgrenzen hinaus koordinierte Behandlung unterstützt werden, um unnötigen Komplikationen, Krankenhausaufenthalten und Folgeschäden vorzubeugen. Zugleich sollen die eingeschriebenen Patientinnen und Patienten darin unterstützt werden, aktiv an der Behandlung mitzuwirken. Daher sollen sie empfohlene Schulungen möglichst rasch wahrnehmen. „Diese Ergebnisse zeigen, dass es den Hausärztinnen und Hausärzten gelungen ist, im DMP KHK sogar die ältesten Betreuten zu der angestrebten aktiven Teilnahme zu motivieren. Dieser Erfolg ist vor allem deswegen bedeutsam, weil im Rahmen des neuen DMP für eine chronische Herzinsuffizienz zukünftig vermutlich ähnliche Altersgruppen wie im DMP KHK betreut werden“, sagte der Zi-Vorstandsvorsitzende Dr. Dominik von Stillfried. Das Zi hat die Daten aus dem strukturierten Behandlungsprogramm KHK für die Jahre 2008 und 2020 aus der Region Nordrhein (Regierungsbezirke Köln und Düsseldorf) verglichen. Eigenen Angaben zufolge wählte das Zi das Jahr 2008 als Basisjahr, weil in diesem Jahr einerseits die elektronische DMP-Dokumentation allgemein verpflichtend eingeführt worden ist, andererseits seither DMP-Daten indikationsübergreifend und indikationsspezifisch getrennt erfasst werden.
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