Diskriminierung von Menschen mit Hautkrankheiten12. Juli 2024 Foto: © Daniel Ernst – stock.adobe.com (Symbolbild) Es gibt bislang nur wenige Studien über Mobbing von Menschen mit Hautkrankheiten. Eine aktuelle Studie untersuchte nun die Prävalenz und die Art des Mobbings bei Patienten mit Hautkrankheiten aus verschiedenen Ländern und Altersgruppen. Die Daten wurden von Teilnehmern internationaler Social-Media-Gruppen, von stationären und ambulanten Patienten mit Hautkrankheiten sowie von Eltern hautkranker Kinder aus 6 europäischen Ländern erhoben. Schul- und Universitätsstudenten aus Polen und der Ukraine wurden gebeten, folgende Frage zu beantworten: „Wurden Sie aufgrund von Hautproblemen gemobbt?“ Mobbing wurden von 1016 Patienten mit 36 verschiedenen Hautkrankheiten berichtet. Insgesamt wurde Mobbing von 25,6% der Patienten mit Hautkrankheiten bei persönlichen Konsultationen, von 63,7% der Befragten aus internationalen Patientengruppen und von 12,2% der Schüler und Studenten selbst angegeben. Mobbing durch die Eltern wurde bei 34,5% der 3–4 Jahre alten Kinder mit Hautkrankheiten festgestellt. Der Höhepunkt der Mobbing-Prävalenz wurde im Alter von 13–15 Jahren erreicht. Die häufigsten Formen von Mobbing waren verbaler Missbrauch und soziale Isolation. Körperliche Misshandlung war die am seltensten berichtete Form von Mobbing. Nur 33,2% der Teilnehmer sprachen überhaupt mit jemandem darüber, dass sie gemobbt wurden. Negative Langzeitfolgen von Mobbing wurden von 63% der Befragten angegeben. Fazit Mobbing im Zusammenhang mit Hautkrankheiten wurde von Patienten in allen Zentren des Projektes gemeldet. Die wichtigsten Erscheinungsformen von Mobbing waren in den verschiedenen Ländern und bei Patienten mit unterschiedlichen Hautkrankheiten ähnlich. Es sind internationale Maßnahmen erforderlich, um Mobbing im Zusammenhang mit Hautkrankheiten in verschiedenen Altersgruppen zu verhindern. Diese Aktivitäten sollten sich an Lehrer, Eltern von Mitschülern und Klassenkameraden von Kindern mit Hautkrankheiten, Eltern von Patienten und Patienten selbst richten. (am) Autoren: Chernyshov PV et al. Korrespondenz: Pavel Chernyshov; [email protected] Studie: Bullying in persons with skin diseases Quelle: J Eur Acad Dermatol Venereol 2024 Apr;38(4):752–760. Web: https://doi.org/10.1111/jdv.19683