Diskussion um Afrikanische Schweinepest in Nordrhein-Westfalen23. Juli 2026 (Symbolbild) Foto: Budimir Jevtic – stock.adobe.com Mit Zäunen und Jagdprämien versucht das Land, die Afrikanische Schweinepest in Südwestfalen einzudämmen. In einigen Regionen leben inzwischen kaum noch Wildschweine. Die Bekämpfung der Afrikanischen Schweinepest in Südwestfalen hat das Land bislang rund 35 Millionen Euro gekostet. Inzwischen seien Zäune mit einer Länge von 515 Kilometern errichtet worden, um eine Ausbreitung der Tierseuche zu verhindern, heißt es in einer Antwort von NRW-Landwirtschaftsministerin Silke Gorißen (CDU) auf eine Große Anfrage der SPD-Landtagsfraktion. Laut aktueller Statistik des Ministeriums wurden seit Ausbruch der Seuche 812 Fälle der Schweinepest bei Wildschweinen nachgewiesen Am stärksten verbreitet ist die Afrikanische Schweinepest in den Kreisen Olpe und Siegen-Wittgenstein, weitere Fälle gibt es im Hochsauerlandkreis. Die „Siegener Zeitung“ hatte zuvor berichtet. Gorißen zeigte sich zufrieden mit dem Erfolg der Maßnahmen. Eine „großflächige Ausbreitung der Tierseuche bei den Wildschweinen“ habe verhindert werden können. Jagd für „nahezu wildschweinfreie Schutzkorridore“ Ein wichtiges Mittel sei auch der Einsatz von Drohnen. Mit ihnen werde die Region abgeflogen, um einen Überblick über die Wildschweinpopulation zu erhalten. Aktuell geht das Ministerium von rund 500 Wildschweinen in dem Seuchengebiet aus – nach den anstehenden Geburten soll die Zahl auf 1.450 steigen. Das wichtigste Mittel gegen die Schweinepest bleibe neben den Zäunen die Jagd, betonte die Ministerin. Seit dem Ausbruch seien in den betroffenen Gebieten rund 8.000 Wildschweine erlegt worden. Das Ziel seien „nahezu wildschweinfreie Schutzkorridore“, schreibt Gorißen. Weil die Jäger das Wildbret anschließend nicht verkaufen dürfen, bekommen sie in den Sperrzonen eine Abschussprämie. 3,2 Millionen Euro hat die Landesregierung allein dafür bereitgestellt. Opposition wirft Ministerin Zaghaftigkeit vor Von der Opposition kommt massive Kritik am Krisenmanagement der Ministerin. Die Antworten auf die Große Anfrage seien „ein Protokoll von Zaghaftigkeit und unterschätztem Risiko“, sagte die SPD-Abgeordnete Julia Kahle-Hausmann. Gorißen habe gewartet, „bis aus einem Feuerchen ein Flächenbrand wurde“. Das Ministerium hätte sich beispielsweise schon viel früher um den Einsatz von Drohnen in den Regionen bemühen sollen. Die Afrikanische Schweinepest war erstmals im Juni 2025 in NRW festgestellt worden. Seither versuchen die Behörden, die Ausbreitung mit Sperrzonen, Zäunen und einer gezielten Jagd einzudämmen. Für Menschen ist die Afrikanische Schweinepest ungefährlich. Für Haus- und Wildschweine verläuft eine Infektion jedoch fast immer tödlich und kann erhebliche wirtschaftliche Folgen haben.
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