DIVI fordert „starke Teams, gesellschaftliche Verantwortung und klare Perspektiven“23. Juni 2025 DIVI-Präsident Florian Hoffmann (links; Foto: ©Daniel von Loeper) und DIVI-Generalsekretär Uwe Janssens (rechts; Foto: ©St. Antonius Hospital Eschweiler). Zum Tag der Intensivmedizin am 18. Juni rief die Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) dazu auf, die Bedeutung der Intensivmedizin stärker in den Fokus zu rücken. „Intensivmedizin ist ein zentraler Pfeiler unseres Gesundheitssystems und damit unserer Gesellschaft“, betont DIVI-Präsident Prof. Florian Hoffmann. „Wir können durch unsere sehr fokussierten und konzentrierten Maßnahmen täglich Leben retten“, so der Chefarzt der Klinik für Kinder und Jugendliche am Klinikum Dritter Orden München-Nymphenburg. Die Pandemie habe vielen in der Bevölkerung gezeigt, was Intensivmedizin bedeute und wie wichtig im Notfall schnelle Hilfe für Alt und Jung sei. Allerdings würde die Belastung für alle Berufsgruppen auf den Intensivstationen weiterhin deutlich zunehmen: „Wir stehen vor großen Herausforderungen – Personalmangel, steigende Komplexität der Krankheitsbilder und ein hoher organisatorischer Druck.“ Um die Versorgung auf höchstem Niveau auch zukünftig sichern zu können, brauche es dringend Investitionen in Personal, Weiterbildung und moderne Strukturen. So fordert die DIVI zum Tag der Intensivmedizin zum einen mehr gesellschaftliche und politische Unterstützung für die Intensivmedizin, und zum anderen klare Konzepte zur Entlastung und Wertschätzung aller Berufsgruppen auf Intensivstationen. Zusammenspiel hochqualifizierter Teams unverzichtbar Auch DIVI-Generalsekretär Prof. Uwe Janssens, Direktor der Klinik für Innere Medizin und Internistische Intensivmedizin am St.-Antonius-Hospital Eschweiler, unterstreicht, dass Intensivmedizin nur durch das Zusammenspiel hochqualifizierter Teams möglich sei. „Wir sprechen hier von einem Hand-in-Hand-Arbeiten von Pflegekräften, Ärztinnen und Ärzten, Therapeutinnen und Therapeuten sowie weiteren spezialisierten Fachkräften wie Psychologinnen und Psychologen oder Seelsorgenden“, erklärt Janssens.Bei Überlastung oder Unterbesetzung könne das Team nicht mehr funktionieren, wie es solle – und vor allem auch wolle. „Im Mittelpunkt unserer Arbeit stehen vor allem unsere Patientinnen und Patienten sowie ihre Angehörigen. Eine menschliche, individuelle und ganzheitliche Betreuung ist unser Anspruch – auch und gerade in Extremsituationen“, unterstreicht Janssens, der sich seit Jahren für eine patientenzentrierte und angehörigenorientierte Intensivmedizin engagiert. „Dafür benötigen wir aber Zeit, Ressourcen und eine Kultur der Wertschätzung.“ Spezialisierte Pflegekompetenzen und interprofessionelle Zusammenarbeit immer wichtiger Anlässlich des Tags der Intensivmedizin betont die DIVI deshalb die zunehmende Bedeutung eines kompetenzbasierten Einsatzes von Pflegekräften im intensivmedizinischen Kontext. „Angesichts des demographischen Wandels und der wachsenden Zahl hochbetagter Patientinnen und Patienten werden spezialisierte Pflegekompetenzen und interprofessionelle Zusammenarbeit in der Versorgung immer zentraler“, erklärt DIVI-Präsident Hoffmann. Nur durch gezielte Investitionen in Fort- und Weiterbildung sowie durch eine nachhaltige Finanzierung, können Qualität und Menschlichkeit in der Intensivmedizin langfristig gesichert werden. „Intensivmedizin steht für Teamarbeit, Verantwortung und Menschlichkeit. Lassen Sie uns gemeinsam für eine starke, zukunftsfähige Versorgung eintreten“, appellieren Hoffmann und Janssens deshalb im Namen der Fachgesellschaft.
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