DIVI-Infektiologiehotline nimmt Betrieb auf10. April 2024 Symbolbild: ©Suriyo/stock.adobe.com Die Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin e.V. (DIVI) bündelt mit der Infektiologiehotline die infektiologische Expertise in ihrem Fachgebiet. Das Angebot steht allen auf Intensivstation tätigen Medizinerinnen und Medizinern kostenlos zur Verfügung. Über die zentrale Plattform unter infekthotline.divi.de können ab sofort Anfragen zu komplexen infektiologischen Fällen auf der Intensivstation gestellt werden, die als konsiliarische Leistung innerhalb von einem Arbeitstag von dem derzeit 15-köpfigen Expertenteam beantwortet werden. „Wir wollten ein sehr niederschwelliges Angebot schaffen, um Expertise zu bündeln und die Patientenversorgung nachhaltig zu verbessern“, erklären die medizinisch-wissenschaftlichen Leiter des Projektes, die Sprecher der Sektion Infektiologie, Prof. Dominic Wichmann und Dr. Klaus-Friedrich Bodmann. Stetig steigende Raten bei multiresistenten Erregern gestalten die erfolgreiche Behandlung von Patientinnen und Patienten zunehmend komplexer. Zudem sind therapieassoziierte infektiologische Komplikationen eine zunehmende Bedrohung für die Erfolge der modernen Medizin. „Die Sektion Infektiologie hat deshalb eine Plattform für die aktive Unterstützung bei diesen großen infektiologischen Herausforderungen in der Intensiv- und Notfallmedizin aufgebaut“, fasst es Wichmann, Oberarzt in der Klinik für Intensivmedizin am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, zusammen. DIVI-Infektiologiehotline steht jedem offen Jeder auf einer Intensivstation tätige Mediziner kann sich an die Hotline wenden. Das Credo der Schöpfer ist: unkompliziert und niederschwellig. Deshalb ist keine Registrierung notwendig oder gar ein Nachweis einer DIVI-Mitgliedschaft. Neben der Falldarstellung mit den sich ergebenden Fragen zu Diagnostik oder Therapie werden entsprechend nur noch die Kontaktdaten des Ratsuchenden für die Rückmeldung durch das Infektiologieteam abgefragt. Mit dem Eingang einer Frage über die Plattform wird über ein Ticket-System jeder der derzeit 15 Experten informiert. „Jetzt in der Anfangsphase ist unser Anspruch, spätestens innerhalb eines Arbeitstages zu antworten“, sagt Dr. Hartmuth Nowak, Ärztlicher Leiter des Zentrums für Künstliche Intelligenz, Medizininformatik und Datenwissenschaften des Universitätsklinikums Knappschaftskrankenhaus Bochum. Er hat die Infektiologiehotline technisch entwickelt und ist Teil des Leitungsteams. Anfrage ist kostenlos und muss schriftlich eingereicht werden Entsprechend stehe auch hinter dem Namen „Hotline“ keine telefonische Anfrage. Denn im Klinikalltag sei nicht jeder Experte stetig zu sprechen, so die Überlegung der DIVI-Sektion. Und auch könne so der Kontakt zu dem richtigen Experten für diese spezielle Fragestellung länger dauern, erläutert Nowak, der Medizininformatiker. Deshalb muss bei der Hotline die Frage über Handy, Tablet oder PC eingegeben werden, um dann auf Antwort zu warten. Die Inanspruchnahme der DIVI-Infektiologiehotline ist kostenlos. Die Kosten für den Aufbau der Plattform und die technische Aufrechterhaltung finanziert die DIVI als wissenschaftliche Fachgesellschaft. Die Schulung des Expertenteams in persönlichen Treffen und durch eigene Fortbildungsveranstaltungen wird mit freundlicher Unterstützung der Pharma-Firmen Infectopharm, MSD, Pfizer und Shionogi unterstützt, da alle im infektiologieschen Bereich tätig sind. Expertenteam sucht für die Zukunft noch weitere Mitglieder Das System sei weiter ausbaufähig, falls die Hotline gut angenommen werde, betont die DIVI. „Wir träumen von einem professionellen Team, das 24/7 ansprechbar ist und dessen Leistung abrechnungsfähig ist“, verrät der technische Leiter Nowak. „Der Start der DIVI-Infektiologiehotline ist jetzt ein erster und wichtiger Schritt.“ „Auch würden wir uns über weitere Experten im Beratungsteam freuen“, ergänzt der stellvertretende Sektionssprecher Dr. Klaus-Friedrich Bodmann, leitender Arzt der Infektiologie Kliniken Nordoberpfalz, Klinikum Weiden. „Je mehr Expertise wir hier bündeln, je besser wir uns innerhalb unseres Teams dann auch vernetzen und schulen, desto mehr können alle anderen von der DIVI-Infektiologiehotline profitieren. Der heutige Tag ist für uns etwas sehr besonderes!“
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