DIVI-Intensivregister: Täglicher Lagebericht nicht mehr notwendig

Medizinisch-wissenschaftliche Leiter des DIVI-Intensivregisters: Steffen Weber-Carstens (links; Foto: ©Charité Universitaetsmedizin Berlin) und Christian Karagiannidis (Foto: ©Kliniken Köln/Felix Schmitt)

Tagtäglich hat seit dem 26. März 2020 das Robert Koch-Institut (RKI) um die Mittagszeit den Tagesreport mit den wichtigsten Zahlen aus dem DIVI-Intensivregister veröffentlicht. Nun stellt das RKI den Tagesreport ein.

Der Tagesreport des RKI fasste im PDF-Format Zahlen zu neu aufgenommenen Patienten, belegten Betten durch COVID-19-Patienten sowie freien Bettenkapazitäten auf den Intensivstationen in Deutschland zusammen. Referenziert wurde er in allen Medien und weiteren Lageberichten. Mit derzeit 85 COVID-19-Patienten auf deutschen Intensivstationen erfordere die Situation nun keine tägliche Berichterstattung mehr, wie die Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) am Dienstag bekannt gab. Nach 1203 Tagen stellt das RKI am Donnerstag den 13.06.2023 den Tagesreport ein.

„Die Einstellung des Tagesreports heißt aber nicht, dass das DIVI-Intensivregister eingestellt wird“, betont Prof. Christian Karagiannidis, neben Prof. Steffen Weber-Carstens medizinisch-wissenschaftlicher Leiter des DIVI-Intensivregisters. Die Informationen sind weiterhin auf der Website des Registers zu finden. Auch veröffentlicht das RKI die Zahlen über die zentrale Plattform Github.

Weiterhin stehen die Intensivstationen in ganz Deutschland per Verordnung in der Pflicht, ihre betreibbaren Intensivbetten bis 12 Uhr täglich zu melden. „Das DIVI-Intensivregister hat uns in der Pandemie erstmals einen Überblick über die Versorgungssituation in der Intensivmedizin in ganz Deutschland verschafft”, erklärt Karagiannidis. „Davon profitieren wir auch noch heute.“

Register für Patientensteuerung in Zukunft essenziell

Der DIVI zufolge wird das Register in Zukunft sogar noch wichtiger werden. Im Rahmen des demografischen Wandels und der zunehmenden Personalkrise in den Krankenhäusern rechnet die DIVI in den kommenden Jahren nochmals mit einer Reduktion der Kapazitäten um 20 bis 30 Prozent. „Im internationalen Vergleich ist dies zwar immer noch gut, allerdings erfordert es eine optimale Patientensteuerung. Und dafür ist das Intensivregister absolut essenziell“, sagt Weber-Carstens.
„Die nächsten wichtigen Schritte sind jetzt eine Automatisierung der Datenausleitung. Daran wird bereits gearbeitet und wir freuen uns darauf, dies technisch gemeinsam mit den meldenden Krankenhäusern in ihre bestehenden Systeme zu implementieren.“

So geht der Dank der DIVI an die täglich Meldenden auf den Intensivstationen: „Die disziplinierte Meldung und genaue Erfassung der Daten ist die Grundlage aller vergangenen und zukünftigen Maßnahmen!“