DKFZ: Ehrendoktorwürde für Michael Baumann

Prof. Michael Baumann. Foto: © Uwe Anspach / DKFZ

Die medizinische Fakultät der Universität Aarhus, Dänemark, zeichnet am 9. September 2022 Prof. Michael Baumann, den Vorstandsvorsitzenden und Wissenschaftlichen Vorstand des Deutschen Krebsforschungszentrums, mit der Ehrendoktorwürde aus.

Die Universität Aarhus würdigt mit der Auszeichnung Baumanns Verdienste in der Strahlenbiologie und der experimentellen Strahlentherapie. Baumann hat erfolgreich neue wissenschaftliche Ergebnisse aus der Strahlenbiologie genutzt, um verbesserte Verfahren der Strahlentherapie zu entwickeln. Ein besonderer Schwerpunkt seiner Forschung ist die Entwicklung individualisierter Strahlentherapien auf der Basis von Biomarkern, die die Strahlenempfindlichkeit eines Tumors vorhersagen. Dazu zählen beispielsweise DNA-Reparatursysteme oder die Sauerstoffsättigung im Tumorgewebe. Anhand solcher Biomarker lässt sich zunehmend die erforderliche Intensität der Bestrahlung für jeden Patienten individuell anpassen.

Besondere Anerkennung zollt die Universität Aarhus Baumanns zentralem Anliegen: Forschungsergebnisse, so ist seine Devise, müssen den Patienten möglichst rasch zugutekommen. Er setzt sich daher konsequent dafür ein, dass vielversprechende Ergebnisse der Krebs-Grundlagenforschung in klinischen Studien geprüft werden. Nur so kann Forschung tatsächlich neue Ansätze zur Krebsprävention, Diagnose und Therapie hervorbringen.

Mit dem Ehrendoktortitel würdigt die Universität auch Baumanns Verdienste für die Krebsforschung in Dänemark und insbesondere am Standort Aarhus. Als Mitglied in wissenschaftlichen Beratungsgremien in Dänemark hat er vielfach seine Erfahrung und Expertise bei der Neuausrichtung der translationalen onkologischen Forschung eingebracht.

Baumann promovierte 1988 in Hamburg zum Doktor der Medizin. Danach war er bis Ende 1989 als Postdoc im Massachusetts General Hospital an der Harvard Medical School in Boston tätig. Nach seiner Ausbildung zum Facharzt für Strahlentherapie habilitierte er sich 1994 in Hamburg. 1995 wechselte er als Leiter der experimentellen Radioonkologie an die Medizinische Fakultät Carl Gustav Carus in Dresden. Ab 2003 war er der Gründungsdirektor des Dresdner Universitäts KrebsCentrums. Von 2010 an war er Direktor für Strahlentherapie und Radioonkologie am Universitätsklinikum Dresden und gleichzeitig Direktor des Instituts für Radioonkologie am Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf. Seit dem 1. November 2016 ist er Vorstandsvorsitzender und Wissenschaftlicher Vorstand des DKFZ.

Baumann hat über 500 wissenschaftliche Arbeiten in medizinischen Fachzeitschriften veröffentlicht. Er erhielt eine Vielzahl akademischer Auszeichnungen, u.a. den Michael Fry Award der amerikanischen Strahlenforschungsgesellschaft, die Breur Goldmedaille und die Regaud Goldmedaille der europäischen Radioonkologen sowie den Deutschen Krebspreis in der Sparte Translationale Forschung.

Er wurde 2004 zum Mitglied der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina gewählt und 2021 zum Ehrenmitglied des American College of Radiology (ACR). Baumann war Präsident der europäischen Gesellschaft für Radioonkologie (ESTRO), der Europäischen Krebsgesellschaft (ECCO) und der Deutschen Gesellschaft für Radioonkologie (DEGRO).

Die Ehrendoktorwürde wird am 9. September im Rahmen der Jahresfeier der Universität Aarhus verliehen. Neben Baumann erhalten zu diesem Anlass vier weitere Wissenschaftler einen Ehrendoktortitel.