DKOU 2019: Weiterbildung im Fokus

Anna-Katharina Döpfner, Bernd Kladny, Thomas Möller, Adelheid Liebendörfer, Carsten Perka, Paul-Alfred Grützner und Matthias Münzberg (v.l) saßen auf dem Podium der Erföffnungspressekonferenz des DKOU 2019 (Foto: hr, Biermann Medizin)

Der größte Kongress Europas für Orthopäden und Unfallchirurgen ist am 22. Oktober gestartet. Auf der Eröffnungspressekonferenz haben sich die Kongresspräsidenten für eine grundlegende Reform “der unterfinanzierten Weiterbildung des Nachwuchses” im Fach eingesetzt.

Dass die Ausbildung eine sorgfältige Anleitung benötigt, die Zeit und somit Geld kostet, war Konsens unter allen Experten auf dem Podium der Pressekonferenz. Sie warnten davor, dass unter zunehmenden ökonomischen Druck in Zukunft wohl immer weniger Ärzte in Deutschland ausgebildet werden.

„Die sechsjähirge Weiterbildung bis zum Facharzt wird zwar ständig modifziert und von den Ärztekammern an die Bedürfnisse des Faches angepasst, aber es werden weitere Investitionen benötigt, die viele nicht sehen“, konstatierte Prof. Paul Alfred Grützner, Kongresspräsident DGOU, DGU vor Medienvertretern. Gerade in der Chirurgie müsse der Nachwuchs von Spezialisten an die Hand genommen werden. „Das geht nur eins zu eins“, ergänzte Prof. Carsten Perka, DGOOC-Kongresspräsident. Mehr Zeit benötigten dabei nicht nur die Operationen selbst, sondern auch die Vor- und Nachbereitung der Eingriffe seien zeitintensiv.

Dr. Thomas Möller, BVOU-Kongresspräsident, stellte die besondere Schwierigkeit der Weiterbildung in der Niederlassung dar. Zeitaufwendige konservative Behandlungen würden derzeit ohnehin viel zu gering vergütet, weshalb konservative Verfahren ohnehin bedroht seien. Was eine Ausbildung in der Praxis noch weiter erschwere sei auch , dass viele Niedergelassene allein eine Praxis betreiben und somit keine notwendige Supervision der Ausbildung stattfinden könne. Auch die Auszubildenden würden eine ambulante Weiterbildung nur selten wahrnehmen. „Sie müssen sehen dass Sie ihren OP-Katalog vollbekommen.“  Dies dürfe nicht so weitergehen. „Ich fordere daher, dass mindestens ein Jahr in der Niederlassung fester Bestandteil der Facharztausbildung wird“, so Möller.

Die drei Kongresspräsidenten waren sich einig, dass die Fachartztweiterbildung in O und U entlohnt und in den Kliniken fester Bestandteil des DRG-Systems werden müsse. Im der Praxis und im Reha-Bereich müssten sie extra vergütet werden, wie es in der Allgemeinmedizin bereits üblich sei. (hr)