DOC 2018: Linsen für das digitale Zeitalter15. Juni 2018 EDOF-IOL ermöglichen gutes Sehen in allen Distanzen. Foto: © DOC/Dr. Scharrer “Innovationen eine Bühne geben“, so hat DOC-Präsident Dr. Armin Scharrer im Kongress-Interview mit den Ophthalmologischen Nachrichten die Zielsetzung der DOC-Jahrestagung umschrieben. Die Innovationen, die diesmal in der Pressekonferenz präsentiert wurden, waren Enhanced-depth-of-focus(EDOF)-Linsen, Implantate für die minimalinvasive Glaukomchirurgie (MIGS) und ein Virtual-Reality-OP-Simulator für die Augenchirurgen-Ausbildung. “Sie sind die Linsen für das digitale Zeitalter“, betonte Scharrer die Bedeutung der neuen IOL-Generation mit erweiterter Tiefenschärfe. Speziell für den Gebrauch von Smartphones, Tablets und PCs seien diese EDOF-IOL entwickelt worden, die aber ebenso eine gute Fernsicht ermöglichten. Mit der weit verbreiteten Nutzung digitaler Medien seien zugleich die Sehanforderungen und -ansprüche bis ins hohe Alter deutlich gestiegen, denke man nur an die vielen aktiven, mobilen und gut vernetzten 70- oder 80-Jährigen, so Scharrer. Hinzu komme, dass die Indikation für eine Katarakt-OP heute dank der hohen Sicherheit wesentlich früher als noch in den 1970er-Jahren gestellt werden könne. Scharrer betonte jedoch, dass auch EDOF-IOL jeweils patientenindividuell zu betrachten seien. Entscheidend bleibe weiterhin eine „faire, anständige Aufklärung“ über die verschiedenen Möglichkeiten der refraktiven Linsenchirurgie. Einen Überblick über die aktuell zur Verfügung stehenden glaukomchirurgischen Optionen gab Dr. Stephan Fröhlich (Nürnberg) und richtete den Fokus auf die Mikro-Implantate iStent inject, CyPass und XEN. Letzterer, so Fröhlich, erziele den Effekt der Trabekulektomie (nach wie vor der Goldstandard), ohne jedoch die Bindehaut eröffnen zu müssen. Keine Neuentwicklung, aber laut DOC in der Chirurgen-Ausbildung immer wichtiger, ist ein seit 2001 auf dem Markt befindlicher OP-Simulator. Von diesem, so hieß es, seien heute weltweit rund 300 Stück im Einsatz – vor allem in den USA und Skandinavien, wie Dr. Mignon Hann (Fürth) berichtete. Gleich mehrere Gründe sprächen für das computergestützte Chirurgen-Training: die oft begrenzten Assistenzmöglichkeiten im OP, die Möglichkeit, auch das Management seltener Komplikationen zu üben, die früher undenkbare, heute aber dank leistungsstarker Computertechniken extrem realistische Simulation von Gewebeverhalten sowie last not least die besseren OP-Ergebnisse und geringeren Komplikationsraten, die US-Studien zufolge jene Operateure erreichen, die zuvor in der virtuellen Realität geübt haben.
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