DOC 2019: Doppelte Ehrung für Morten D. de la Cour – Wissenschaftspreis Retina und Meyer-Schwickerath Lecture

Prof. Morten D. de la Cour und Laudatorin Prof. Susanne Binder bei der Verleihung des DOC-Wissenschaftspreises Retina. Foto: Kaulard/Biermann Medizin

Gleich zweimal stand Prof. Morten D. de la Cour (Kopenhagen) im Rampenlicht der DOC: Heute wurde er mit der Ehrenvorlesung „Meyer-Schwickerath Lecture 2019“ ausgezeichnet, gestern erhielt er in der General Session den „DOC Wissenschaftspreis Retina“.

Seine Ehrenvorlesung stellte De la Cour heute unter den Titel „Risk factors for rhegmatogenous retinal detachment (RRD)“ und griff damit einen seiner klinischen Schwerpunkte auf. Zu diesen zählen unter anderem auch die Diabetische Retinopathie, die ROP oder Hinterabschnitts-Traumata.
In der Meyer-Schwickerath Lecture zeigte er beispielhaft auf, welche Rückschlüsse sich aus Registerdaten auf die Wahrscheinlichkeiten für eine RRD beispielsweise nach Kataraktchirurgie oder bestimmten Netzhaut-OPs wie Makula-Pucker-Chirurgie und epiretinalem Membranpeeling ziehen lassen.

De la Cour (Jg. 1958), der sich unter anderem bei Prof. Bernd Kirchhof in Aachen und Prof. Mathew Thomas in St. Louis auf die vitreoretinale Chirurgie spezialisierte, hat mehr als 3000 Vitrektomien und über 4000 vitreoretinale Eingriffe vorgenommen.

Doch De la Cour ist nicht nur Ophthalmologe, er hat auch einen Bachelor in Mathematik erworben – ein Faktum, das, so räumte seine Laudatorin Prof. Susanne Binder (Wien) ein, ihr bislang gar nicht bekannt gewesen sei, obwohl sie ihren Kollegen aus Dänemark schon viele Jahre kenne. Weitere Qualifikationen erwarb De la Cour n den Bereichen Management und Public Governance.

Der neue DOC-Wissenschaftspreisträger Retina leitet heute die Universitätsaugenklinik des Rigshospitalet, leitet als ärztlicher Direktor eine Gruppe von Kliniken im Großraum Kopenhagen und war unter anderem an den Augenabteilungen des KAS Herlev, des Glostrup Hospital und des Frederiksberg Hospital tätig.

Zu seinen Auszeichnungen, die er bereits erhalten hat, zählen neben der Jules Gonin Award Lecture (2018) auch die Gullstrand-Medaille (2009) oder der ACTA Ophthalmologica Prize (2006). 2011 erhielt er an der Augenabteilung des Glostrup Hospital auch den „Danish Junior Ophthalmologist’s Prize“ für seine Verdienste um die Weiterbildung.

Heute ist De la Cour schwerpunktmäßig mit der Auswertung der ophthalmologischen Daten aus dem Danish National Patient Register (NPR) befasst – wobei ihm nicht zuletzt seine mathematischen Kenntnisse von Nutzen sein dürften, wie Bernd Kirchhof bei der Ankündigung der “Meyer-Schwickerath Lecture 2019” meinte.

Er habe viel Zeit an Unikliniken und in der Grundlagenwissenschaft verbracht, blicke De la Cour bei seinem Dankeswort für den DOC-Wissenschaftspreis Retina zurück. Viele Innovationen, wie sie auf der DOC vorgestellt würden, kämen jedoch nicht aus den Laboren, sondern von niedergelassenen Ärzten -„von Leuten wie Ihnen“. Der DOC dankte er für deren Unterstützung, Innovationen des Faches immer wieder bekannt zu machen und zu evaluieren.