DOG 2019: Ausflug ins All – Spitzenforschung braucht Visionen28. September 2019 DLR-Präsidentin Pascale Ehrenfreund beim Festvortrag. Kaulard/Biermann Medizin „Auch im Weltall ist gutes Sehen wichtig.“ Mit diesem Fazit von DOG-Präsident Prof. Claus Cursiefen endete eine außergewöhnliche DOG-Eröffnung. Ins Weltall und in die Zukunft hatte zuvor Festrednerin Prof. Pascale Ehrenfreund, Präsidentin des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR), die Gäste der Eröffnungsfeier entführt. Es hatte schon ein wenig von Raumschiff Enterprise… unbekannte Welten erforschen, neues Leben entdecken. Doch es war Science und keine Fiction, was die DLR-Präsidentin in ihrem Gastvortrag referierte, als Powerpoints präsentierte und in Videoclips zeigte. „Mission Mars: Spitzenforschung im Weltraum“ hieß ihr Thema, das zeigte, wie viel wissenschaftliche Vorbereitung durch Laborsimulationen, Feldforschung unter extremen Bedingungen auf der Erde und Experimente auf der Internationalen Raumstation ISS noch nötig ist, um die Herausforderung zu meistern, bemannte Missionen zum Mars zu schicken. Ein besonderes Augenmerk richtete Ehrenfreund auf den Beitrag der Medizin, die sich mit (über)lebenswichtigen Stressfaktoren für Astronauten befasst – angefangen beim Muskelschwund und Knochenabbau über kardiovaskuläre Probleme und das Strahlungsrisiko bis hin zum SANS, dem Spaceflight-associated neuro-ocular syndrome. Bei 60 Prozent der Langzeitmissionen, so die DLR-Präsidentin, wiesen Astronauten Veränderungen an den Augen auf wie Bulbusabflachung, Papillenödeme oder Cotton wool spots. Die Pathophysiologie des SANS zu verstehen und Augenveränderungen mit Sehstörungen zu vermeiden, sei essenziell für die Marsmission, denn gerade Sehbeeinträchtigungen könnten für Astronauten immense Folgen haben. Visionäre Ziele für die Zukunft der Augenheilkunde stellte Cursiefen in seiner Präsidentenrede vor. Dazu gehörten eine kausale AMD-Therapie ohne Spritzen oder das Verhindern der Metastasierung eines uvealen Melanoms ebenso wie die Vision der Transplantation eines kompletten Auges. Aber auch strukturelle Ziele steckte Cursiefen für die Augenheilkunde: Die Errichtung eines deutschen Zentrums für die Augenforschung, so meinte er, könnte die ophthalmologische Forschung auf ein „signifikant höheres Niveau“ heben. Keine Vision, sondern zukunftsrelevante Realität sind die Nachwuchs- und Wissenschaftsförderung. Insbesondere die Begeisterung junger Medizinstudenten für die Augenheilkunde müsse intensiviert werden, sagte Cursiefen, denn: Bei einer Studentenbefragung, welche Fachrichtung für sie infrage kommen könnte, erreichte die Augenheilkunde Platz 14… von 14. „Da scheint es ein Kommunikationsproblem zu geben.“ Ein klares Zeichen für die Wertschätzung von Franz Badura, des Vorstandsvorsitzenden der PRO RETINA Deutschland, war die erstmalige Verleihung der neu geschaffenen Theodor-Leber-Medaille. Die DOG vergibt diese Medaille an herausragende Persönlichkeiten – vor allem Nicht-Ophthalmologen –, die sich in besonderer Weise um die Augenheilkunde und die DOG verdient gemacht haben. Badura, der selbst an einer chronischen Netzhautdegeneration erkrankt ist, leitet die Selbsthilfevereinigung seit 2013. Im Jahr 2005 begründete er das internationale Forschungskolloquium „Potsdam Meeting“. Die Theodor-Leber-Medaille erinnert an Theodor Karl Gustav Leber (1840–1917), der in den Jahren 1867 bis 1870 Assistenzarzt von Albrecht von Graefe war und 1873 Professor für Ophthalmologie in Göttingen wurde. Von 1890 bis 1910 war er Ordinarius und Klinikdirektor in Heidelberg. Nach ihm sind die Leber‘sche Optikusatrophie und die Leber‘sche Kongenitale Amaurose benannt.
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