DOG 2019: Franz Badura erster Empfänger der Theodor-Leber-Medaille27. September 2019 Franz Badura (r.) nimmt von DOG-Präsident Prof. Claus Cursiefen die Theodor-Leber-Medaille entgegen (oben rechts Bild der Medaille). Fotos: Kaulard/Biermann Medizin Franz Badura, Vorstandsvorsitzender der PRO RETINA Deutschland e. V., ist gestern während der DOG-Eröffnungsfeier mit der neu geschaffenen Theodor-Leber-Medaille der Fachgesellschaft ausgezeichnet worden. Die DOG vergibt diese Medaille an herausragende Persönlichkeiten – vor allem Nicht-Ophthalmologen –, die sich in besonderer Weise um die Augenheilkunde und die DOG verdient gemacht haben. Badura, der selbst an einer chronischen Netzhautdegeneration erkrankt ist, leitet die Selbsthilfevereinigung seit 2013. Ein Jahr zuvor hatte er den 17. Retina International Congress in Hamburg federführend organisiert. 2005 begründete Badura das internationale Forschungskolloquium „Potsdam Meeting“ – das nächste Treffen ist für den 3./4. April 2020 geplant. 2014 wurde er von der DOC in die „Hall of Fame Ophthalmologie“ aufgenommen. Badura leitet in seiner Heimatstadt Amberg (Oberpfalz) eine Musikschule und trat schon mehrfach als Solotrompeter öffentlich auf. “Es macht mich stolz, als Nicht-Wissenschaftler von der wissenschaftlichen Fachgesellschaft ausgezeichnet zu werden”, betonte Badura in seinem Dankeswort. Seit mehr als 40 Jahren verstehe sich PRO RETINA als “Brücke zur Klinik”, erklärte der Preisträger, der soeben erst auch mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnet worden war. Diese Brückenfunktion wolle die Selbsthilfevereinigung auch mit dem vor zwei Jahren neu geschaffenen Patientenregister weiter ausbauen, sagte Badura und rief dazu auf, die in Archiven schlummernden epidemiologischen Daten zu Netzhauterkrankungen zu detektieren und zusammenzuführen, da es jetzt die Möglichkeit von Therapieentwicklungen gebe. Die Theodor-Leber-Medaille erinnert an Theodor Karl Gustav Leber (1840–1917), der in den Jahren 1867 bis 1870 Assistenzarzt von Albrecht von Graefe war und 1873 Professor für Ophthalmologie in Göttingen wurde. Von 1890 bis 1910 war er Ordinarius und Klinikdirektor in Heidelberg. Nach ihm sind die Leber‘sche Optikusatrophie und die Leber‘sche Kongenitale Amaurose benannt. (dk)
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