DOG 2019: Von Astronauten-Augen bis Zentrum für Augenforschung23. September 2019 DOG-Präsident Claus Cursiefen. Foto: © Medizinfoto Köln Derzeit leiden in Deutschland etwa 18 Millionen Menschen an Augenerkrankungen, Tendenz steigend. Somit steht die Ophthalmologie vor großen Herausforderungen. „Um sie zu bewältigen, brauchen wir gezielte Forschung“, erklärt Prof. Claus Cursiefen, Präsident der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG). Die Fachgesellschaft setzt sich daher für die Gründung eines Deutschen Zentrums für Augenforschung ein. Verstärkter Austausch zwischen klinisch tätigen Augenärzten und Wissenschaftlern sowie unter Experten auf internationaler Ebene sind zentrale Themen der DOG 2019, die vom 26. bis 29. September in Berlin stattfindet. Das Kongress-Motto lautet „Augenheilkunde: Unser Fach mit Zukunft“. „Dialog ist lohnenswert, weil er das Blickfeld erweitert und zu überraschenden Erkenntnissen führen kann“, betont der DOG-Präsident. Aktuelles Beispiel: die „Space-eye-disease“. Dabei handelt es sich um eine Sehverschlechterung, die Astronauten bei längeren Aufenthalten in der Schwerelosigkeit entwickeln. Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) führt nun zusammen mit der NASA Studien an freiweilligen Probanden durch, die über mehrere Wochen mit dem Kopf nach unten gelagert werden. Ergebnis: „Die Kopftieflage geht mit einer Erhöhung des Augeninnendruckes einher“, berichtet Cursiefen, Direktor des Zentrums für Augenheilkunde an der Uniklinik Köln. „Wir wollen nun wiederum das Gegenteil für die Behandlung von Patienten mit erhöhtem Augendruck beim Grünem Star nutzen und untersuchen, ob eine nächtliche Kopfhochlagerung den Augeninnendruck mindern kann.“ Neue Perspektiven, visionäre Ziele „Mission Mars: Spitzenforschung im All“ – so lautet denn auch der Vortrag der Eröffnungsveranstaltung, den Prof. Pascale Ehrenfreund halten wird, die Vorstandsvorsitzende des DLR. Damit legt der DOG-Kongress den Fokus in diesem Jahr bewusst auf neue Perspektiven, auf visionäre Ziele. „Die Zukunft können wir nur mit Forschung gestalten“, betont Cursiefen. Dies spiegelt sich auch im Kongress-Programm wider. Um die Debatte über innovative Therapien zu intensivieren, hat der DOG-Präsident zwei neue Sitzungsformate ins Leben gerufen. „Highlights in Translational Science“ will Praxis und Wissenschaft zusammenbringen. Dabei sollen klinisch tätige Augenärzte erfahren, in welchen Bereichen sich Laborforschung auf dem Weg ans Krankenbett befindet und in mittelfristiger Zukunft dem Patienten nutzen könnte. „Umgekehrt sehen Naturwissenschaftler, welche Erkrankungen man wie behandeln kann und wo noch Verbesserungsbedarf besteht“, erläutert Cursiefen. Der „DOG International Experts Day“ wiederum fördert den internationalen Austausch mit Top-Spezialisten und als ganztägiges englischsprachiges Programm die Internationalisierung der DOG. Insgesamt müssten die Forschungsaktivitäten nach Ansicht der DOG-Experten gebündelt werden. „Um Synergien zu schaffen, plädiere ich für die Gründung eines Deutschen Zentrums für Augenforschung, das finanziell gut unterstützt wird“, betont der Kölner Ophthalmologe. Ein Vergleich demonstriert die Notwendigkeit: Während die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) pro Jahr etwa vier Millionen Euro in die Augenheilkunde investiert, verfügt das National Eye Institute in den USA über einen jährlichen Etat von über 700 Millionen Dollar. Darüber hinaus stehen weitere wichtige Themen auf dem Kongress-Programm. Dazu zählen etwa Symposien zur Zukunft der ambulanten und stationären Versorgung, zur Künstlichen Intelligenz in der Augenheilkunde, zur Migration, zum Einsatz von Biologika gegen schwere Augenentzündungen und zum Abbremsen von Kurzsichtigkeit mithilfe von Atropin-Augentropfen. Quelle: DOG
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