Dokumentation von Ereigniszeitanalysen in systematischen Übersichten: heterogen und unvollständig27. November 2024 Bild: © stoker/stock.adobe.com Ein Forschungsteam der Uniklinik Köln und des IQWiG hat die Dokumentation von Ereigniszeitergebnissen in systematischen Übersichten untersucht – und Mängel festgestellt. Systematische Übersichten mit Ereigniszeit- oder Time-to-Event-Analysen liefern grundlegende Erkenntnisse in vielen Forschungsbereichen. Time-to-Event-Daten geben nicht nur an, ob Ereignisse (z. B. Todesfälle) eingetreten sind, sondern auch, wie viel Zeit vom Beginn einer Studie bis zum Eintreten eines Ereignisses verstrichen ist. Bekannte Beispiele sind Überlebenskurven, die zeigen, wie sich der Anteil der überlebenden Patienten über die Zeit entwickelt, oder Hazard Ratios, die die Sterberaten zweier Gruppen in Relation setzen. Analysen aus 100 systematischen Übersichten ausgewertet Ereigniszeitanalysen sind methodisch anspruchsvoll. Frühere Untersuchungen haben bereits Mängel in der Darstellung von Ereigniszeitergebnissen und -analysen in Studienpublikationen aufgezeigt. In der vorliegenden Arbeit haben die Autoren erstmals die Charakteristika und Methoden metaanalytischer Ereigniszeitanalysen in systematischen Übersichten ausgewertet. Dafür haben sie mittels einer systematischen Suche 50 Cochrane-Reviews mit Metaanalysen auf Basis von Hazard Ratios und 50 weitere systematische Übersichten aus den wichtigsten klinischen Zeitschriften ermittelt. Die Auswertung zeigt: Aktuelle systematische Übersichten, die Metaanalysen auf der Grundlage von Hazard Ratios enthalten, machen ganz unterschiedliche und oft unzureichende Angaben zu Ereigniszeit-Charakteristika und -Methoden. Für Publikationen zu einzelnen Studien haben die Autorinnen und Autoren dies bereits in einer vorangegangenen Publikation festgestellt. Das Problem setzt sich also in den systematischen Übersichten fort. Das Fazit der Autorengruppe: Die Verfasser von Übersichtsarbeiten sollten die verfügbaren methodischen Leitlinien für Metaanalysen von Ereigniszeiten konsequent nutzen. Darüber hinaus können zusätzliche Berichtsstandards für Ereigniszeitanalysen in systematischen Übersichten die Qualität der Übersichten und damit die Nutzbarkeit ihrer Ergebnisse verbessern.
Mehr erfahren zu: "ALFA-K hilft vorherzusagen, wie sich Krebszellen entwickeln" ALFA-K hilft vorherzusagen, wie sich Krebszellen entwickeln Wissenschaftler des Moffitt Cancer Center haben eine neue Methode entwickelt, um vorherzusagen, wie sich Krebszellen durch den Gewinn und den Verlust ganzer Chromosomen entwickeln. Diese Veränderungen helfen Tumoren beim Wachstum, […]
Mehr erfahren zu: "Lungenkrebs: Welche Subtypen sind mit welchen Luftschadstoffen assoziiert?" Lungenkrebs: Welche Subtypen sind mit welchen Luftschadstoffen assoziiert? Laut einer neuen Studie erhöht Feinstaub (PM2,5) das Risiko für alle Arten von Lungenkrebs. Stickstoffdioxid (NO2), Ozon (O3) und Schwefeldioxid (SO2) hingegen stehen mit einer höheren Wahrscheinlichkeit für Nichtkleinzelligen Lungenkrebs […]
Mehr erfahren zu: "Chronische Wunden: Neuer Ansatz umgeht Antibiotikaresistenz" Chronische Wunden: Neuer Ansatz umgeht Antibiotikaresistenz Ein internationales Team hat einen neuen Mechanismus identifiziert, mit dem die Heilung chronischer Wunden, die mit antibiotikaresistenten Bakterien infiziert sind, beschleunigt werden könnte.