Dosisreduktion: NOAK bei Vorhofflimmern8. August 2019 © magicmine – fotolia.com Nicht alle Patienten mit Vorhofflimmern (VHF) kommen für die volle Dosis Nicht-Vitamin-K-abhängige orale Antikoagulanzien (NOAK) infrage. Doch wirkt die reduzierte Dosis ebenso gut, wenn sie gemäß den Vorgaben aus den Schlüsselstudien verabreicht wird? Dieser Frage gingen Kang-Ling Wang vom Taipei Veterans General Hospital und Kollegen jetzt in einer Meta-Analyse randomisierter kontrollierter Studien nach. Sie bewerteten zusammengefasste Daten, die aus Phase-III-Studien zum Vergleich von NOAK mit Warfarin bei Patienten mit VHF herausgezogen wurden, gemäß der Behandlung anhand von Risk Ratios (RRs) und 95%-Konfidenzintervallen (KI), stratifiziert nach Eignung des Patienten für eine NOAK-Dosisreduktion. Die Autoren stellten fest, dass die annualisierten Raten von Schlaganfall oder systemischer Embolie und starken Blutungen bei Patienten, die für eine reduzierte NOAK-Dosis infrage kamen, unabhängig von der Behandlung höher waren als bei Patienten mit vollständiger NOAK-Dosis (2,70% vs. 1,60% bzw. 4,35% vs. 2,87%). Die Auswirkungen reduzierter NOAK-Dosen vs. Warfarin bei Patienten, die für reduzierte NOAK-Dosen infrage kamen, auf Schlaganfall oder systemische Embolie (RR 0,84; 95%-KI 0,69–1,03) und schwere Blutungen (RR 0,70; 95%-KI 0,50–0,97) stimmten überein mit denen von Volldosis-NOAK vs. Warfarin bei jenen, die für Volldosis-NOAK infrage kamen (RR 0,86 [95%-KI 0,77–0,96] für Schlaganfall oder systemische Embolie und RR 0,87 [95%-KI 0,70–1,08] für schwere Blutungen; p-Interaktion 0,89 bzw. 0,26). Darüber hinaus waren NOAK mit einem verringerten Risiko für hämorrhagischen Schlaganfall, intrakranielle Blutungen, tödliche Blutungen und Todesfälle verbunden, unabhängig von der Eignung des Patienten zur NOAK-Dosisreduktion (jeweils p-Interaktion>0,05). Fazit „Patienten mit reduzierter NOAK-Dosis hatten ein erhöhtes Risiko für thromboembolische und hämorrhagische Komplikationen, wenn sie mit Antikoagulanzien behandelt wurden“, bilanziert das Team. NOAK hätten bei angemessener Dosisanpassung ein verbessertes Nutzen-Schaden-Profil im Vergleich zu Warfarin. „Unsere Ergebnisse unterstreichen die Bedeutung der Verschreibung von NOAK mit reduzierter Dosis für indizierte Gruppen von Patienten“, ergänzen die Autoren. (sf) Autoren: Wang KL et al. Korrespondenz: Dr. Robert P. Giugliano; [email protected] Studie: Efficacy and safety of reduced-dose non-vitamin K antagonist oral anticoagulants in patients with atrial fibrillation: a meta-analysis of randomized controlled trials Quelle: Eur Heart J 2019;40(19):1492–1500. Web: https://doi.org/10.1093/eurheartj/ehy802