Dr. Christine Wolf vom Universitätsklinikum Dresden erhält den Dr. Holger Müller Preis 2023 für ihre Lupus-Forschung7. Mai 2024 Dr. Christine Wolf. (Bild: © Hochschulmedizin Dresden) Dr. Christine Wolf, wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Arbeitsgruppe von Prof. Lee-Kirsch am Universitätsklinikum Carl Gustav Carus, wurde mit dem renommierten Dr. Holger Müller Preis 2023 ausgezeichnet. Diese Anerkennung würdigt ihre Arbeit zur Erforschung einer seltenen Form des systemischen Lupus erythematodes (SLE), einer schwerwiegenden Autoimmunerkrankung. Der Fokus von Wolfs Studie liegt auf der Entschlüsselung der genetischen Grundlagen dieser speziellen Form des SLE. In ihrer Publikation mit dem Titel „UNC93B1 variants underlie TLR7-dependent autoimmunity” untersuchte sie gemeinsam mit ihrem Forschungsteam die Ursachen für das Auftreten von SLE bei Kleinkindern, einer bei dieser Altersgruppe äußerst ungewöhnlichen Erkrankung. Die bisherige Therapie besteht in einer Unterdrückung des Immunsystems, eine gezielte Therapie gibt es nicht. Durch eine gründliche Analyse des Erbguts identifizierten sie eine Mutation im UNC93B1-Gen bei allen erkrankten Familienmitgliedern. Diese Mutation führt zu einer fehlerhaften Aktivierung eines bestimmten Immunrezeptors, der normalerweise für die Erkennung viraler Strukturen und die Abwehr von Infektionen verantwortlich ist. Durch die fehlerhafte Aktivierung werden körpereigene Zellen irrtümlicherweise als fremd erkannt und angegriffen, was zur Entwicklung von Autoimmunität führt. Das kann zu Entzündungen und Schäden in verschiedenen Organen führen. Lupus verursacht Symptome wie Hautausschläge, Gelenkschmerzen, Müdigkeit und kann lebensbedrohlich sein. Die genauen Ursachen sind nicht vollständig bekannt, aber genetische und Umweltfaktoren spielen eine Rolle. Die Erkenntnisse der Studie eröffnen neue Perspektiven für die Entwicklung gezielter Therapien, die die unkontrollierte Aktivität dieses Immunrezeptors hemmen könnten. Prof. Esther Troost, Dekanin der Medizinischen Fakultät der TU Dresden, kommentierte die Auszeichnung wie folgt: „Diese Arbeit steht exemplarisch für die Spitzenleistungen, die in unserer Hochschulmedizin erreicht werden können. Diese Auszeichnung würdigt nicht nur die individuelle Leistung, sondern auch den fortwährenden Fortschritt und die Exzellenz, die wir anstreben.” Wolfs Arbeit ist ein wesentlicher Schritt hin zu einem besseren Verständnis und einer zielgerichteten Behandlung von Autoimmunerkrankungen wie dem systemischen Lupus erythematodes. Ihre Forschung hat das Potenzial, nicht nur Patienten mit seltenen, son-dern auch mit häufigen Formen eines Lupus zu helfen. Der Dr. Holger Müller Preis in Höhe von 5.000 Euro wird in Zusammenarbeit mit der Care-for-Rare Foundation – Stiftung für Kinder mit seltenen Erkrankungen am Dr. von Haunerschen Kinderspital der Ludwig-Maximilians-Universität München ausgelobt. Der von der Dr. Holger Müller Stiftung zur Verfügung gestellte Preis zeichnet jedes Jahr eine herausragende wissenschaftliche Arbeit auf dem Gebiet der seltenen Erkrankungen aus. Als selten gilt eine Erkrankung, wenn nicht mehr als fünf von 10.000 Menschen betroffen sind.
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