Drahtlos im Kampf gegen neuropathische Schmerzen21. April 2022 Studienleiter Sunil A. Sheth von der McGovern Medical School at UTHealth Houston. Foto: UTHealth Houston Einem amerikanischen Forschungsteam zufolge hat die Verwendung eines 1 Millimeter großen drahtlosen Implantats zur Stimulierung peripherer Nerven aus den Blutgefäßen heraus das Potenzial, neuropathische Schmerzen zu behandeln, die auf eine medikamentöse Therapie nicht ansprechen. Neuropathische Schmerzen können eine behindernde Erkrankung sein, die bei einer Vielzahl der chronischen Schmerzpatienten auftritt und oft zu Angstzuständen, Depressionen und Opioidabhängigkeit führt. Frühere Forschungsarbeiten haben gezeigt, dass die elektrische Stimulation eine wirksame Behandlung zur Schmerzlinderung ist, wenn die Ärzte auf das Rückenmark und die dorsalen Wurzelganglien (DRG) abzielen, ein Bündel von Nerven, die sensorische Informationen zum Rückenmark leiten. Bisherige DRG-Stimulatoren erfordern jedoch einen invasiven chirurgischen Eingriff, um eine Batterie und einen Impulsgenerator zu implantieren. Amerikanische Forscher haben nun einen implantierbaren, drahtlos betriebenen Neurostimulator entwickelt, der anstelle von Opioiden zur Behandlung neuropathischer Schmerzen eingesetzt werden könnte. Das neuartige Implantat – etwa so groß wie ein Reiskorn – ist so klein, dass es auf Stents platziert und in Blutgefäße in der Nähe bestimmter Bereiche des zentralen und peripheren Nervensystems eingebracht werden kann. Die tierexperimentelle Studie unter Sunil A. Sheth, außerordentlicher Professor für Neurologie und Leiter des Programms für vaskuläre Neurologie an der McGovern Medical School an der UTHealth Houston (USA), wurde jüngst im Fachmagazin „Nature Biomedical Engineering“ veröffentlicht. Zu den weiteren Mitforschern gehörten der Neurochirurg Peter Tze Man Kan von der University of Texas Medical Branch und der Neuroingenieur der Rice University, Jacob Robinson. „Wir erhalten immer mehr Daten, die zeigen, dass die Neuromodulation, d. h. eine Technologie, die direkt auf die Nerven einwirkt, bei einer Vielzahl von Erkrankungen wirksam ist – Depression, Migräne, Parkinson, Epilepsie, Demenz usw.“, erklärt Sheth. Die größte Hürde für den Einsatz einer solchen Technologie seien jedoch die mit der chirurgischen Implantation verbundenen Risiken, wie z. B. eine Infektion. „Wenn man diese Hürde senken und diese Risiken durch eine drahtlose, endovaskuläre Methode drastisch reduzieren kann, gibt es viele Menschen, die von der Neuromodulation profitieren könnten.“ Ihre Proof-of-Concept-Studie erwies sich in Ratten und Schweinen bereits als erfolgreich. Mit ihrer neuartigen Technologie haben die amerikanischen Forscher nach eigenen Angaben einen Weg gefunden, eine minimalinvasive bioelektronische Therapie durchzuführen, von der sie sich eine präzisere Platzierung des Implantats und besser vorhersehbare Ergebnisse erwarten. Sheth hofft, dass die amerikanische Arzneimittelbehörde FDA das Gerät letztendlich zulassen wird. „Wir führen einige längerfristige Studien durch, um sicherzustellen, dass dieser Ansatz sicher ist und das Gerät lange Zeit im Körper verbleiben kann, ohne Probleme zu verursachen“, berichtet Sheth, der schätzt, dass dieser Prozess einige Jahre dauern wird. (ah)
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