Drei genetisch unterschiedliche Bonobo-Populationen im Kongo nachgewiesen16. Oktober 2024 Bonobo Familie Foto: © Martin Surbeck Bonobos sind gemeinsam mit Schimpansen unsere nächsten lebenden Verwandten. Die Menschenaffen, die nur in der Demokratischen Republik Kongo vorkommen, sind vom Aussterben bedroht: Insgesamt gibt es nur noch 20.000 Individuen. Forschende der Universität Wien und des University College London konnten nun durch Erbgutanalysen zeigen, dass es sich trotz der geringen Populationszahl dennoch um mindestens drei genetisch verschiedene Gruppen handelt, die sich stammesgeschichtlich bereits vor rund 145.000 Jahren voneinander trennten.Bonobos sind dem Menschen extrem ähnlich: Nur ein Prozent unserer Gene unterscheidet sich voneinander. Sie gelten als besonders friedlich, da Konflikte in ihren engen sozialen Gruppen auf überraschend harmonische Weise gelöst werden. Insbesondere spielen sexuelle Interaktionen eine Schlüsselrolle in ihrer sozialen Bindung und Allianzen. Obwohl die männlichen Nachkommen am selben Ort bleiben wie ihre Väter, bilden auch Weibchen starke Bündnisse und können eine große soziale Dominanz über die Männchen ausüben.Nur noch 20.000 Individuen in freier WildbahnBonobos sind vom Aussterben bedroht. Es gibt vermutlich nur noch etwa 20.000 Individuen, die in freier Wildbahn ausschließlich im Kongobecken in der Demokratischen Republik Kongo leben. In der Forschung galt lange Zeit die Vermutung, dass sie eine kleine, gleichförmige Art sind, obwohl ihre DNA, die mütterlicherseits vererbt wird, Hinweise auf unterschiedliche Populationen lieferte.In der aktuellen Publikation analysierte ein internationales Team der Universität Wien und des University College London das gesamte Erbgut mehrerer Bonobo-Individuen aus Wildreservaten. Die Wissenschaftler fanden heraus, dass mehrere – genetisch verschiedene – Gruppen von Bonobos existieren, die wahrscheinlich aus drei unterschiedlichen Regionen des Kongo stammen. „Wir konnten nachweisen, dass die Unterschiede zwischen diesen Populationen ebenso groß sein können wie jene zwischen verschiedenen Unterarten von Schimpansen. Die Daten zeigen, dass sich die verschiedenen Bonobo-Gruppen bereits vor bis zu 145.000 Jahren genetisch voneinander trennten“, so Erstautorin Sojung Han vom Department für Evolutionäre Anthropologie der Universität Wien.Die Forschenden konnten auch nachweisen, dass die Populationsgrößen der Bonobos in diesen langen historischen Zeiträumen immer sehr gering waren: Sie gehören zu den kleinsten Gruppen der Menschenaffen. Damit sind Bonobos sogar noch gefährdeter als bisher angenommen. Weitere Forschungsaktivitäten zur Verschiedenheit der Bonobos sollten daher auch in den Maßnahmen zur Arterhaltung berücksichtigt werden, etwa bei der Planung von Lebensraumerhaltung, Auswilderung oder Verlagerung von Individuen.
Mehr erfahren zu: "Rekord bei Maifischen in der Mosel – Rückkehr setzt sich fort" Rekord bei Maifischen in der Mosel – Rückkehr setzt sich fort Die Rückkehr des einst im Rhein und seinen Nebenflüssen ausgestorbenen Maifischs setzt sich in der Mosel fort: Im Jahr 2026 wurden an der Fischaufstiegsanlage in Koblenz bislang bereits 102 aufsteigende […]
Mehr erfahren zu: "Die TiHo auf der IdeenExpo 2026" Die TiHo auf der IdeenExpo 2026 Wie vielfältig und zukunftsweisend die Tiermedizin ist, zeigt die Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo) vom 20. bis 28. Juni 2026 auf der IdeenExpo. Am TiHo-Stand LA-03 in der Life Science […]
Mehr erfahren zu: "Begreifen Goffinkakadus das Abstraktum Tod?" Begreifen Goffinkakadus das Abstraktum Tod? Für Menschen ist der Tod von Kultur, Emotion, Ritual und Sprache umgeben. Die Frage lässt sich jedoch auch viel grundlegender formulieren, wie Forschende der Vetmeduni aufzeigen: Was müsste ein Tier […]