Dreifacher Erfolg für Bonn: Millionenförderung für innovative Lehrprojekte8. April 2026 Das Projekt der Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie des UKB wird Virtual Reality einsetzen, um Studierenden und Fachkräften ein realitätsnahes Verständnis ionisierender Strahlung zu vermitteln und so das praxisnahe Lernen im Medizinstudium zu stärken.(Symbolbild.)Bild:©Pixel-Shot-stock.adobe.com Die Medizinische Fakultät Bonn war bei der Förderung „Freiraum“ der Stiftung Innovation in der Hochschullehre erneut erfolgreich. Im April starten drei neue Lehrprojekte, die mit Künstlicher Intelligenz (KI) und digitalen Technologien praxisnahes Lernen im Medizinstudium stärken sollen. Im Rahmen von „Freiraum“ fördert die Stiftung Innovation in der Hochschullehre experimentelle Lehrprojekte verschiedener Fächergruppen. Diese Projekte überzeugen durch ihr Innovationspotenzial. Aus dem Bereich Humanmedizin/Gesundheitswissenschaften werden in der nun beginnenden Förderperiode bundesweit 21 Projekte unterstützt. Drei davon sind an der Medizinischen Fakultät Bonn angesiedelt. Die Teams der Universität Bonn und des Universitätsklinikums Bonn (UKB) erhalten insgesamt mehr als eine Million Euro für die Umsetzung ihrer Vorhaben. Geförderte Projekte setzen auf Virtual Reality, KI und digitale Simulationen Die drei ausgewählten Projekte setzen auf Virtual Reality, KI und digitale Simulationen. Dadurch wollen sie Studierenden realitätsnahe Lernumgebungen bieten. Mit einer Summe von rund 400.000 Euro fördert die Stiftung das Projekt V-RAY. Das Projekt soll Studierenden mithilfe einer VR-Brille das Thema Strahlenschutz zugänglicher machen. 395.000 Euro erhält das KI-gestützte SkillsLab-Projekt der Augenklinik, in dem Studierende zum Beispiel operative Fertigkeiten trainieren können. Am Zentrum für Neurologie entsteht mit NOSI, dem Neurologischen Okulomotoriksimulator, eine digitale Trainingsmöglichkeit für die Untersuchung von Pupillenreaktionen und Augenbewegungen. Die Fördersumme beträgt 287.000 Euro. Über den dreifachen Förder-Erfolg freut sich Prof. Bernd Weber, Dekan der Medizinischen Fakultät der Universität Bonn: „Die erneut mehrfache Förderung zeigt, wie viel Innovationspotenzial in der medizinischen Lehre unserer Fakultät steckt. Mit der Freiraum-Unterstützung der Stiftung können wir die Ausbildung in Bonn weiter zukunftsfähig gestalten.“ Auch Studiendekan Prof. Bernd Pötzsch betont die zunehmende Bedeutung innovativer Lehre: „Studieninhalte greifbar zu machen, ist in der Medizin besonders wichtig. Digitale Formate können unsere Studierenden dabei unterstützen, sich noch gezielter auf den Klinikalltag vorzubereiten.“ Mit Virtual Reality Strahlenschutz verstehen Mit dem geplanten Projekt V-RAY möchte die Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie des UKB unter der Leitung von Prof. Eleni Gkika, Dr. Davide Scafa und PD Dr. Cas Dejonckheere neue Impulse für die Ausbildung im Strahlenschutz setzen. Anhand einer VR-Brille sollen Studierende und Fachkräfte in realitätsnahen Szenarien aus der Strahlentherapie die Wirkung ionisierender Strahlung besser verstehen können. KI-gestütztes Feedback und Simulationen veranschaulichen Vorgänge wie Strahlungs-Aufnahme und -Streuung. Sie ermöglichen es den Studierenden, Schutzmaßnahmen praxisnah zu üben. Langfristig will das Projektteam das Verständnis für Strahlenphysik vertiefen. Ebenso werden Sicherheitskompetenzen gestärkt und die Ausbildung auf diesem Gebiet modernisiert. KI-gestütztes Training in der Augenheilkunde Das SkillsLab der Augenklinik des UKB ist eine Trainingseinrichtung für praktische Fertigkeiten in der Augenheilkunde. Im Rahmen der Freiraum-Förderung soll das SkillsLab um Simulationsübungen ergänzt werden. Durch die Kombination aus praktischen Übungen und KI-gestützter Software können Studierende ihre Fähigkeiten in einer sicheren Umgebung außerhalb des Klinikalltags trainieren. Vorgesehen sind Praxisstationen. An diesen können sie durch erlebbare Selbsterfahrungen Erkrankungen nachempfinden, nicht-invasive Untersuchungen digital durchführen und operative, mikrochirurgische Fertigkeiten mit digitaler Unterstützung praktisch üben. Die neu zu entwickelnde KI-Software leitet die Studierenden zunächst in den einzelnen Schritten der Operation am Auge an. Anschließend zeichnet die Software die Übungs-Eingriffe auf und stellt den Studierenden eine Version zum Lernen zur Verfügung, in der die anatomischen Strukturen des Auges beschriftet sind. Geleitet wird das Vorhaben von Carolin Kettern, Stabstellenleitung Personalcontrolling und Digitalisierung am UKB. Prof. Frank Holz, Direktor der Augenklinik des UKB, führt aus: „Wir freuen uns, dass wir den Studierenden zukünftig eine Beteiligung an diesem innovativen, hochattraktiven Lehrprojekt anbieten können“. Digitale Simulation neurologischer Augenuntersuchungen Die Untersuchung von Pupillenreaktionen und Augenbewegungen ist ein zentraler Bestandteil der neurologischen Diagnostik. Dies gilt vor allem in der Notfallversorgung von Patientinnen und Patienten mit Koma, Schwindel oder Doppelbildern. Gerade bei diesen oft unspezifischen Symptomen kann sie entscheidende Hinweise auf schwerwiegende Ursachen wie Schlaganfälle oder Hirnblutungen liefern. Um pathologische Befunde korrekt zu erkennen und einzuordnen, bedarf es viel Übung. Da geeignete Patienten nur begrenzt zur Verfügung stehen, entwickelt das Projektteam um PD Dr. Johannes Weller am Zentrum für Neurologie des UKB einen digitalen Simulator. Er soll Studierenden das Trainieren der Untersuchung ermöglichen. Das Projektteam möchte die Anwendung entwickeln, testen, ihren didaktischen Nutzen evaluieren und sie bundesweit kostenlos zur Verfügung stellen. Prof. Tobias Raupach und sein Team vom Institut für Medizindidaktik der Universität Bonn haben die Antragstellenden bei der Planung und Beantragung ihrer Vorhaben unterstützt. „Das Interesse an dieser Förderlinie ist am UKB ungebrochen. Wir unterstützen nicht nur die Beantragung, sondern auch die erfolgreiche Durchführung und Evaluation der Projekte. Entscheidend ist am Ende, dass die Studierenden von den Innovationen profitieren.”
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