Dresden startet neue Versorgungsmodelle für krebskranke Kinder

Prof. Denis Schewe mit Kolleginnen und Kollegen während der Visite in der Kinderonkologie. (Foto: © Michael Kretzschmar)

In Sachsen sind zwei neue Versorgungsprojekte für Kinder und Jugendliche mit einer Krebserkrankung gestartet. Ziel ist es, den Betroffenen und ihren Familien unabhängig vom Wohnort einen Zugang zu bestmöglicher, universitärer Versorgung zu ermöglichen.

„Kinder mit einer Krebserkrankung und ihre Familien stehen vor großen medizinischen und emotionalen Herausforderungen. Deshalb brauchen wir Versorgungsstrukturen, die sich konsequent am Alltag der Betroffenen orientieren“, erklärt Prof. Denis Schewe, Leiter des Kinderonkologischen Zentrums am NCT/UCC Dresden, die Intention der Projekte.

Mit dem Projekt Ped-Onko-SAX startete zum 1. Januar 2026 der Aufbau einer digitalen Versorgungsplattform für krebskranke Kinder in Sachsen. Die Plattform soll Telemedizin, Heimdiagnostik, kontinuierliches medizinisches und neuropsychologisches Monitoring sowie ein niedrigschwelliges Selbstmanagement ermöglichen. Ziel ist es, unabhängig vom Wohnort eine Versorgung auf universitärem Niveau zu ermöglichen und gleichzeitig Fahrtzeiten und somit die Belastungen für Familien zu verringern.

Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der aktiven Einbindung von Patienten sowie ihren Familien. Projektpartner sind die Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie des Universitätsklinikums Dresden, die MedicalSyn GmbH und der Sonnenstrahl e.V. Dresden. Die Förderung von Ped-Onko-SAX erfolgt im Rahmen des EFRE-Programms „Innovative Ansätze im Bereich der Gesundheits- und Pflegewirtschaft“ 2021 bis 2027.

Digitale und mobile Versorgung für ganz Sachsen

Ergänzend dazu entwickeln die Dresdner Wissenschaftler in der Versorgungsforschung mit „KOMNET-SAX – KinderOnkologisches Mobiles Netzwerk“ ein innovatives Konzept zur wohnortnahen Versorgung. Seit Dezember 2025 wird die Konzeptphase durch den Innovationsfonds des Gemeinsamen Bundesausschusses gefördert. Projektpartner sind die Kinderonkologien in Chemnitz und Cottbus, die Evangelische Hochschule Dresden, die Universitätsmedizin Magdeburg, die pro:med GmbH, sowie die Techniker Krankenkasse, die BARMER und die IKK-classic. Kernbestandteil des Konzepts sind Hausbesuche durch speziell qualifiziertes Pflegepersonal, die „Advanced Practice Nurses“ (APNs).

„Mit Unterstützung dieser hoch spezialisierten und bestens ausgebildeten Fachpersonen wollen wir ambulante oder tagesklinische Vor-Ort-Visiten teilweise durch Hausbesuche ersetzen“, erläutert Schewe. So sollen gleichzeitig Kosten gesenkt und die Lebensqualität der Kinder verbessert werden. „Im Juni wollen wir den Vollantrag für dieses Projekt einreichen“, berichtet er. Das beantragte Fördervolumen beträgt rund sechs Millionen Euro für vier Jahre.