DSG rät zu Impfung für Schlaganfall-Patienten11. Mai 2021 Foto: ©Olga Yastremska, New Africa, Africa Studio – stock.adobe.com Ein Schlaganfall in der Vergangenheit bedeutet kein erhöhtes Risiko für Impfnebenwirkungen wie eine Sinusvenenthrombose. Darauf weist die Deutsche Schlaganfallgesellschaft hin. Vielmehr haben Betroffene ein erhöhtes Risiko für einen schweren COVID-Verlauf und sollten mit erhöhter Priorität geimpft werden. Mittlerweile sind in Deutschland mehr als 23 Millionen Menschen einmal gegen das Coronavirus geimpft, mehr als sechs Millionen zweimal und erstmals wurden Ende April mehr als eine Million Menschen an einem einzigen Tag geimpft. „Dass die Impfkampagne in Deutschland endlich Fahrt aufnimmt, ist eine sehr gute Nachricht, denn der Weg aus der Pandemie zurück in die Normalität führt nur über die Immunisierung der Bevölkerung“, betont Prof. Helmuth Steinmetz, 1. Vorsitzender der DSG. Ein wesentlicher Fokus sollte laut Empfehlungen der DSG bei den Impfungen dabei unter anderem auf Personen gelegt werden, die bereits einen Schlaganfall erlitten haben. „Sie haben wegen ihrer Vorerkrankung und den damit einhergehenden möglichen schwereren Corona-Verläufen sowie dem erhöhten Sterberisiko – und meist auch wegen ihres Alters – eine größere Priorität bei den Impfungen“, erklärt Prof. Wolf-Rüdiger Schäbitz, DSG-Pressesprecher. Jüngere Schlaganfall-Patienten könnten sich von ihrem Arzt aufgrund ihrer Vorerkrankung ein Attest für einen früheren Impftermin ausstellen lassen. Doch welche Impfstoffe gegen das Corona-Virus sind für Schlaganfall-Patienten und ehemals Erkrankte besonders empfehlenswert? Schlaganfall-Patienten können in den meisten Fällen alle in Europa zugelassenen Impfstoffe verabreicht bekommen. Die hohe Qualität der Impfstoffe weist nach Einschätzung der DSG-Experten ein sehr günstiges Nutzen-Risiko-Profil auf, auch wenn kürzlich sehr seltene Nebenwirkungen in Form von Sinus-Venen-Thrombosen Schlagzeilen gemacht haben. „Hierbei handelt es sich keineswegs um typische Schlaganfälle durch die bekannten Ursachen, sondern um eine sehr seltene autoimmunologische Reaktion, die man bereits von gerinnungshemmenden Medikamenten wie Heparinen kannte. Bislang wurden diese Thrombosen in erster Linie nach der Applikation vektorbasierter Impfstoffe bei Frauen beschrieben“, erläutert Schäbitz. Konsequenterweise werden diese Impfstoffe – explizit erwähnt ist nur der Impfstoff von AstraZeneca – gemäß der aktuellen Empfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO) – bei Menschen unter 60 Jahren in Deutschland sicherheitshalber nicht mehr verwendet. Neuen Erkenntnissen der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN) zufolge könnten jedoch auch ältere Frauen ein etwas erhöhtes Risiko haben, Sinus-Venen-Thrombosen nach Gabe des Astra-Zeneca-Vakzins zu erleiden. Da die Erkenntnisse dazu jedoch noch nicht sehr weitreichend sind, sollte eine neue Risiko-Nutzen-Analyse durchgeführt werden. Der erlittene Schlaganfall selbst bedeutet kein erhöhtes Risiko für Impfnebenwirkungen. Viele Menschen, die einen Schlaganfall hatten, nehmen jedoch Mittel zur Blutverdünnung und sollten vor einer Impfung Rücksprache mit ihrem Arzt halten. In einem Arzt-Patientengespräch könnten sie gut auf die Corona-Impfung vorbereitet werden. „Die DSG rät Schlaganfall-Patienten trotz der erwähnten Risiken in jedem Fall zu der Impfung gegen COVID-19 und fordert eine verstärkte Priorisierung auch für Kontaktpersonen von Schlaganfall-Betroffenen“, so Schäbitz abschließend.
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