DZD: Gewichtsabnahme plus Remission von Prädiabetes als optimaler Schutz vor Diabetes20. Juni 2024 Foto: © grinny/stock.adobe.com Forschende des Deutschen Zentrums für Diabetesforschung (DZD) plädieren dafür, zum Schutz vor Typ-2-Diabetes zusätzlich zur Gewichtsabnahme die Normalisierung der Blutzuckerwerte mit in die Leitlinien aufzunehmen. Forschende des Instituts für Diabetesforschung und Metabolische Erkrankungen von Helmholtz Munich an der Universität Tübingen, einem Partner im Deutschen Zentrum für Diabetesforschung (DZD), konnten gemeinsam mit US-Kollegen im renommierten „Diabetes Prevention Program (DPP)“ erstmals zeigen, dass Menschen den besten Diabetes-Schutz erreichen, wenn sie ihr Gewicht reduzieren und zugleich die Blutzuckerregulation normalisieren. Im Fachblatt „Diabetologia“ plädieren die Autoren dafür, die Normalisierung der Blutzuckerwerte bei Prädiabetes als Therapieziel in die Leitlinien aufzunehmen, um die Prävention von Typ-2-Diabetes zu verbessern. „Um der Entstehung der Erkrankung vorzubeugen, sind frühe Therapien bereits im Stadium des Prädiabetes, einer Vorstufe von Typ-2-Diabetes, wichtig. Durch unsere Ergebnisse können die Ziele dieser frühen Lebensstilinterventionen verändert werden, um insgesamt die Entstehungsraten des Diabetes zu reduzieren“, erklärt Erstautor Reiner Jumpertz-von Schwartzenberg. Das Forschungsteam von der Abteilung Innere Medizin IV, Diabetologie, Endokrinologie und Nephrologie an der Medizinischen Universitätsklinik Tübingen, vom Institut für Diabetesforschung und Metabolische Erkrankungen von Helmholtz Munich in Tübingen und vom Phoenix Epidemiology and Clinical Research Branch am National Institute of Diabetes and Digestive and Kidney Diseases in Phoenix, USA, untersuchte, ob diese Gewichtsabnahme ausreicht. Oder ob es zur Vorbeugung von Diabetes nicht besser ist, zusätzlich die Blutzuckerwerte so zu reduzieren, dass der Prädiabetes in Remission geht. Prävention durch einjährige Lebensstilintervention Sie analysierten Daten von 480 Menschen mit Prädiabetes, die am US-amerikanischen Diabetes Prevention Program (DPP) teilgenommen und durch eine einjährige Lebensstilintervention mindestens 7 Prozent ihres Körpergewichts verloren hatten. Bei 114 von ihnen ging im Rahmen der Intervention auch der Prädiabetes in Remission. Die Mehrheit der 366 Studienteilnehmenden hatte es jedoch trotz erfolgreicher Gewichtsreduktion nicht geschafft, ihre Blutzuckerregulation wesentlich zu verbessern. Ihr Prädiabetes war zum Ende der Intervention nicht in Remission. Die Forschenden stellten fest, dass in der Gruppe, die abgenommen und eine Prädiabetes-Remission erreicht hatte, deutlich weniger Menschen im weiteren Verlauf einen manifesten Diabetes entwickelten. Die zusätzliche Remission des Prädiabetes erbrachte eine relative Risikoreduktion für die Diabetesentwicklung von 76 Prozent im Vergleich zu denjenigen, die keine Normalisierung ihrer Blutzuckerwerte erreicht hatten. Die absolute Risikoreduktion war höher als 10 Prozent. „In der Gruppe mit zusätzlicher Remission des Prädiabetes kam es in den ersten knapp 4 Jahren nach der Lebensstilintervention sogar zu überhaupt keiner Erkrankung an Typ-2-Diabetes“, berichtet Mitautor Andreas Birkenfeld. „In der Gruppe, die ‚nur‘ abgenommen hatte, entwickelten in diesem Zeitraum dagegen schon einige Studienteilnehmende einen manifesten Diabetes“, fügt er hinzu. Jumpertz-von Schwartzenberg und Birkenfeld ziehen ein klares Fazit: „Unsere Ergebnisse zeigen, dass die Remission des Prädiabetes zusätzlich zur Gewichtsreduktion einen weiteren deutlichen Vorteil bringt. Wir propagieren daher, dass das Ziel der Prädiabetes-Remission in die Zielsetzung der Praxisleitlinien mit aufgenommen werden sollte, um die Prävention des Typ-2-Diabetes maßgeblich zu verbessern.“
Mehr erfahren zu: "Kasse: Krankheitsausfälle im Job auch 2025 auf hohem Niveau" Kasse: Krankheitsausfälle im Job auch 2025 auf hohem Niveau Erkältungen, psychische Probleme, Rückenschmerzen: Fehlzeiten von Beschäftigten wegen Krankheit halten sich hartnäckig, wie neue Daten zeigen. Politiker stellen Regelungen wie die telefonische Krankschreibung infrage. Auch neue Modelle werden diktutiert.
Mehr erfahren zu: "Merz kritisiert hohen Krankenstand – Liegt es an telefonischer Krankschreibung?" Merz kritisiert hohen Krankenstand – Liegt es an telefonischer Krankschreibung? Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat angesichts aktueller Zahlen zu viele Fehltage wegen Krankheit kritisiert. Seine Partei stellt insbesondere die Möglichkeit zur telefonischen Krankschreibung, die während der Corona-Pandemie eingeführt wurde, infrage.
Mehr erfahren zu: "Diabetische Retinopathie: Wie Occludin die Blut-Netzhaut-Schranke aufrechterhält" Diabetische Retinopathie: Wie Occludin die Blut-Netzhaut-Schranke aufrechterhält Eine US-amerikanische Studie zeigt, wie Occludin sowohl undichte Blutgefäße als auch übermäßiges Gefäßwachstum bei diabetischer Retinopathie kontrolliert.